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„Jupiter & Mars: Definitive Edition“ nimmt dich mit auf eine atmosphärische Unterwasserreise, bei der du als Delfin Jupiter gemeinsam mit Mars eine postapokalyptische Welt erkundest und dabei die Spuren der Menschheit entdeckst.
Erkundung mit dem Echo
Die wichtigste Neuerung von „Jupiter & Mars: Definitive Edition“ betrifft die Perspektive. Die neue Third-Person-Ansicht zeigt Jupiter und Mars gleichzeitig und verändert dadurch die Wahrnehmung der Unterwasserwelt deutlich. Gleichzeitig wird ihre Beziehung stärker hervorgehoben, während du Entfernungen, Richtungen und die Umgebung besser einschätzen kannst. Du steuerst hauptsächlich Jupiter, während Mars als KI-Begleiter an deiner Seite bleibt. Er kann bestimmte Hindernisse zerstören, Barrieren durchbrechen und dir so Zugang zu versteckten Bereichen verschaffen. Komplexe Koop-Rätsel solltest du dabei nicht erwarten, denn die Zusammenarbeit bleibt bewusst einfach und zugänglich. Dass Mars stets sichtbar ist, macht ihn jedoch zu einem deutlich präsenteren Bestandteil des Spiels. Eine zentrale Rolle spielt weiterhin Jupiters Echoortung. Mit einem Sonarimpuls kannst du deine Umgebung kurzzeitig sichtbar machen, wichtige Punkte hervorheben und dich insbesondere in dunkleren Bereichen orientieren. Die Unterwasserwelt reagiert dabei mit leuchtenden Farben und fluoreszierenden Konturen, wodurch ein faszinierender Kontrast zwischen der Dunkelheit des Ozeans und den vom Sonar enthüllten Strukturen entsteht. Im Verlauf des Abenteuers erhältst du neue Fähigkeiten, mit denen du tiefer tauchen und bisher unzugängliche Bereiche erreichen kannst. Dadurch entsteht eine leichte „Dolphinvania“-Struktur: Bereits besuchte Gebiete laden dazu ein, erneut erkundet zu werden, um Schätze, gefangene Tiere und versteckte Wege zu entdecken. Mit einem klassischen Metroidvania ist das zwar nicht vergleichbar, dennoch sorgt die Mechanik für zusätzliche Motivation abseits des Hauptpfads. Allerdings ist die Erkundung atmosphärisch stärker als spielerisch. Einige Gebiete sind weitläufig und schön gestaltet, bieten aber nicht immer genügend Aktivitäten, um eine gründliche Suche zu rechtfertigen. Vor allem das Aufspüren aller Sammelobjekte kann auf Dauer monoton werden, wenn du für ein einzelnes fehlendes Objekt erneut ein bereits bekanntes Gebiet durchsuchen musst. Die überarbeitete Navigation erleichtert die Orientierung zwar, kann die etwas angestaubte Grundstruktur des ursprünglichen Spiels jedoch nicht vollständig kaschieren.
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Der Ozean als Hauptdarsteller
Der eigentliche Protagonist von „Jupiter & Mars: Definitive Edition“ ist der Ozean selbst. Wenn du durch versunkene Ruinen, überwucherte Bauwerke und die Überreste einer untergegangenen Zivilisation schwimmst, erwarten dich immer wieder beeindruckende Bilder. Statt auf Fotorealismus setzt das Spiel auf einen stark stilisierten Look mit satten Farben, Neonlicht und kräftigen Kontrasten, der den Meeresgrund beinahe traumhaft wirken lässt. Auch Jahre nach der ursprünglichen Veröffentlichung besitzt dieser Stil noch immer eine besondere Ausstrahlung. Gleichzeitig erzählt die Umgebung einen großen Teil der Geschichte. Menschliche Bauwerke und noch immer aktive Maschinen zeigen eindrucksvoll, welche Spuren die Zivilisation hinterlassen hat. Während alte Technologien weiterhin das Ökosystem belasten, haben Fische, Schildkröten und andere Meeresbewohner längst ehemalige Städte und Anlagen für sich zurückerobert. Die Botschaft ist dabei deutlich, ohne dass das Spiel sie ständig erklären muss. Deine Aufgaben bestehen hauptsächlich darin, technische Anlagen zu erreichen und abzuschalten, Tiere zu retten und versteckte Schätze aufzuspüren. Spielerisch bleibt das Ganze allerdings recht einfach und wiederholt sich nach einigen Stunden. Zwar gibt es gelegentlich gefährlichere Abschnitte, doch „Jupiter & Mars“ bleibt bewusst ein ruhiges Erkundungsspiel und versucht nie, zum Actiontitel zu werden. Genau darin liegt gleichzeitig seine größte Stärke und Schwäche. Wenn du ständig Kämpfe, Überraschungen oder komplexe Rätsel erwartest, könnten dir die Interaktionsmöglichkeiten schnell zu begrenzt erscheinen. Lässt du dich dagegen auf das Abenteuer als entspannte Entdeckungsreise ein, entfaltet die Unterwasserwelt ihren besonderen Reiz. Einfach neben riesigen Meeresbewohnern herzuschwimmen, versunkene Strukturen zu erkunden oder mit dem Sonar einen dunklen Bereich zum Leuchten zu bringen, kann erstaunlich atmosphärisch sein. Die neue Third-Person-Kamera vermittelt dabei weiterhin ein gutes Gefühl für die Größe der Unterwasserwelt – ganz ohne VR-Headset. Auch die Grafikqualität und einige Komfortfunktionen wurden verbessert. Trotzdem solltest du keine komplette Neuauflage erwarten: Die Definitive Edition ist vielmehr eine überarbeitete Version des ursprünglichen Spiels als ein grundlegendes Remake. Besonders hervorzuheben ist die Musik. Die elektronischen Stücke passen hervorragend zum farbenfrohen Stil und unterstreichen gerade die ruhigen Momente, in denen du ohne konkretes Ziel durch weite Meereslandschaften schwimmst. Mit „Blue Life“ von Ken Ishii erhält auch der Abspann einen passenden neuen musikalischen Abschluss.
Atmosphärisch, aber nicht ohne Schwächen
Die größte Schwäche von „Jupiter & Mars“ war bereits 2019 erkennbar und zeigt sich auch in der Definitive Edition: Die ambitionierte Grundidee ist größer als die spielerischen Möglichkeiten. Als zwei Delfine eine versunkene Zukunft zu erkunden, Echoortung einzusetzen und die Überreste der Menschheit zu durchqueren, klingt faszinierend. Tatsächlich beschränken sich deine wichtigsten Aktionen jedoch weitgehend auf Schwimmen, Sonar, die Zusammenarbeit mit Mars, das Befreien von Tieren und das Deaktivieren technischer Anlagen. Besonders bei einer vollständigen Erkundung kann dadurch schnell Monotonie entstehen. Für Tiere und versteckte Schätze musst du teilweise große Bereiche erneut durchqueren, während nicht jede Belohnung den zusätzlichen Aufwand rechtfertigt. Neue Fähigkeiten sorgen zwar dafür, dass zuvor unzugängliche Wege erreichbar werden, können die wiederkehrenden Abläufe aber nicht vollständig ausgleichen. Gleichzeitig ist genau diese Einfachheit eine der Stärken des Spiels. Du musst keine komplexen Systeme erlernen, dich nicht mit umfangreichen Menüs beschäftigen und wirst kaum durch Kämpfe aus deiner Erkundung gerissen. „Jupiter & Mars: Definitive Edition“ möchte bewusst entschleunigt erlebt werden. Du kannst dich treiben lassen, eine interessante Struktur in der Ferne erkunden oder einfach die Meeresbewohner beobachten – ganz ohne Zeitdruck. Auch die vergleichsweise kurze Spielzeit passt zu diesem Konzept. Die Geschichte lässt sich ohne große Herausforderung abschließen, während Sammler durch optionale Tiere und Schätze deutlich länger beschäftigt werden. Dafür empfiehlt es sich, das Abenteuer in kürzeren, entspannten Abschnitten zu spielen: Bei einem schnellen Durchlauf fallen die wiederkehrenden Aufgaben stärker auf, während ein gemächliches Tempo die Atmosphäre besser zur Geltung bringt. Auf der Nintendo Switch punktet das Spiel zudem mit einem geringen Speicherbedarf von weniger als 3 GB und einer guten Eignung für den Handheld-Modus. Als reines Einzelspieler-Abenteuer lässt es sich problemlos in kürzeren Sitzungen genießen. Die Kompatibilität mit der Switch 2 ermöglicht dir zudem, das Spiel auf Nintendos neuer Konsole zu erleben, auch wenn spezielle Funktionen für die Hardware fehlen. Das größte Argument für die Definitive Edition bleibt jedoch die neue Kamera. Jupiter und Mars gemeinsam schwimmen zu sehen, stärkt die Verbindung zu den beiden Protagonisten und vermittelt dir einen besseren Eindruck von der Umgebung. Gleichzeitig löst sich das Spiel dadurch deutlich stärker von der ursprünglichen VR-Ausrichtung. Die grundlegenden Schwächen des Spielsystems verschwinden zwar nicht, dennoch ist diese Version die bislang zugänglichste Möglichkeit, das Abenteuer zu erleben – insbesondere für alle, die „Jupiter & Mars“ bisher noch nicht gespielt haben.
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Trailer











