Star Wars: Zero Company

Shadow PC, PC

„Star Wars: Zero Company“ verbindet rundenbasierte Taktik mit einer neuen Geschichte im Star-Wars-Universum und lässt dich eine individuell zusammengestellte Truppe durch anspruchsvolle Gefechte und persönliche Schicksale führen.

Eine neue Geschichte in der Galaxis

„Star Wars: Zero Company“ nimmt dich mitten in die Klonkriege und erzählt dabei eine völlig neue Geschichte innerhalb der bekannten Galaxis. Zwar greift das Spiel auf vertraute Schauplätze, Themen und die etablierte Lore zurück, im Mittelpunkt steht jedoch eine neue Besetzung mit eigenen Geschichten, Motivationen und Konflikten. Die Handlung bleibt dabei eng mit den strategischen Grundlagen des Spiels verbunden, ohne sich zu weit von den Wurzeln des Genres zu entfernen. Besonders die filmisch inszenierten Zwischensequenzen sorgen für spektakuläre Momente und verleihen dem Abenteuer eine überraschend hochwertige Präsentation. Auf konkrete Details der Geschichte möchte ich an dieser Stelle allerdings bewusst verzichten, um Spoiler zu vermeiden. Im Zentrum steht Hawks, der Anführer deiner Truppe und eine feste Größe in jeder Mission. Dabei kannst du ihn umfangreich an deine Vorstellungen anpassen – von Spezies, Aussehen und Kleidung bis hin zu Fähigkeiten und Klasse. So bestimmst du nicht nur seine Erscheinung, sondern auch seine Rolle auf dem Schlachtfeld: Soll er offensiv mit Waffen angreifen oder lieber als widerstandsfähiger Kämpfer Schaden abfangen? Seine grundlegende Geschichte ist hingegen vorgegeben. Hawks ist ein in Ungnade gefallener Soldat der Republik, der nach einem Weg sucht, sich zu rehabilitieren. Dafür übernimmt er einen zunächst unscheinbaren Auftrag für einen Geheimdienst und stellt eine Gruppe von Außenseitern zusammen. Genau diese ungewöhnliche Truppe macht einen großen Teil des Charmes aus. Du triffst auf exzentrische Charaktere, verschlossene Persönlichkeiten, Figuren mit zweifelhafter Vergangenheit und andere, die ihre ganz eigenen Ziele verfolgen. Ihre unterschiedlichen Hintergründe und Persönlichkeiten machen die Gruppe zu einem der interessantesten Aspekte des Spiels und sorgen dafür, dass du Hawks' ungewöhnliche Crew schnell ins Herz schließt.

Beziehungen mit Konsequenzen

Jedes Mitglied deiner Truppe übernimmt eine eigene Rolle, wobei einige Charaktere je nach Situation stärker in den Vordergrund rücken als andere. Ihre persönlichen Geschichten bieten dir die Möglichkeit, tiefere Verbindungen aufzubauen. Zwar erhalten nicht alle Figuren genug Bildschirmzeit, um vollständig ausgearbeitet zu wirken, dennoch gelingt es „Star Wars: Zero Company“, auch abseits der Haupthandlung interessante Geschichten zu erzählen. Wie stark du bestimmte Nebenfiguren erlebst, hängt dabei von deinen Entscheidungen ab. Zum einen kannst du den permanenten Tod aktivieren, wodurch jedes Mitglied deiner Truppe während einer Mission sterben kann. Ist eine Figur einmal tot, verschwindet sie dauerhaft aus dem Spiel – und damit auch die Möglichkeit, ihre weiteren Geschichten zu erleben. Das kann besonders frustrierend sein, wenn dir eine Figur bereits ans Herz gewachsen ist, erhöht gleichzeitig aber den Druck und die Spannung in den Gefechten erheblich. Jede Entscheidung kann schließlich Konsequenzen haben. Dass Hawks klar im Mittelpunkt der Geschichte steht, ist unter diesen Umständen nachvollziehbar. Da Nebenfiguren jederzeit sterben können, bleiben ihre Handlungsstränge zwangsläufig etwas oberflächlicher. Gleichzeitig kannst du durch gemeinsame Einsätze Beziehungen zwischen den Mitgliedern deiner Truppe aufbauen. Diese Entwicklung wird auch in der Basis sichtbar, wo sich die Figuren zunehmend vertrauter und freundschaftlicher miteinander verhalten. Dadurch entsteht das Gefühl, dass deine Entscheidungen und die gemeinsam erlebten Missionen tatsächlich Einfluss auf den Zusammenhalt der Gruppe nehmen.

Taktik entscheidet über den Sieg

Bevor du dich intensiver mit den Beziehungen innerhalb deiner Truppe beschäftigst, wartet ein umfangreiches Kampf- und Strategiesystem auf dich. Die verschiedenen Mechaniken werden jedoch schrittweise eingeführt, sodass du dich problemlos einarbeiten kannst. Wer bereits „XCOM“ gespielt hat, wird sich ohnehin schnell zurechtfinden. Jeder Charakter verfügt über drei Aktionspunkte, die du für Bewegung, Angriffe und andere Aktionen einsetzen kannst. Danach ist der Gegner an der Reihe. Entscheidend ist daher, wie du deine Einheiten positionierst und welche Deckungen oder taktischen Vorteile du nutzt. Mauern, Türme, Gefahrenstellen, Fallen und andere Elemente der Umgebung bieten dir zahlreiche Möglichkeiten, das Schlachtfeld zu deinem Vorteil zu nutzen. Auch deine Bewegungen wollen gut überlegt sein. Du kannst deine Aktionspunkte vollständig für das Vorankommen einsetzen, riskierst dabei aber, für andere Aktionen nicht mehr genügend Ressourcen zu haben. Gleichzeitig eröffnen dir besondere Angriffe immer wieder neue taktische Möglichkeiten – etwa wenn du einen Gegner durch eine Dachluke schleuderst und dadurch weitere Optionen für deinen nächsten Zug erhältst. Erfolgreiche Angriffe verschaffen dir zudem „Vorteil“, mit dem du Spezialfähigkeiten aktivieren kannst. Dadurch entsteht ein dynamisches Kampfsystem, in dem du ständig abwägen musst, wie du deine Möglichkeiten am effektivsten einsetzt. Eine ebenso wichtige Rolle spielt die Zusammenstellung deiner Einheit. Welche Klassen du kombinierst – etwa Revolverhelden und Sanitäter – und welche Beziehungen zwischen ihnen entstehen, kann den Verlauf einer Mission entscheidend beeinflussen. Genau hier zeigt sich, wie eng Strategie und Charakterentwicklung miteinander verbunden sind.

Entwicklung mit Konsequenzen

Erfolgreiche Kämpfe belohnen dich mit Verbesserungen für Werte, Waffen und Gadgets, die du anschließend in der Basis verwalten und weiterentwickeln kannst. Auch deine Beziehungen innerhalb der Truppe spielen eine wichtige Rolle: Durch bestimmte Bindungen schaltest du Synergien frei, die dir im Kampf zusätzliche Vorteile verschaffen. Da jede Klasse über eigene Fähigkeiten verfügt, solltest du genau überlegen, welche vier Charaktere du mitnimmst und wie du sie entwickelst. Später kannst du sogar Klassen miteinander kombinieren, wodurch sich noch stärkere und vielseitigere Builds ergeben. Doch auch die Gegner bleiben nicht untätig und passen sich deinem Fortschritt an. Die abwechslungsreichen Missionen verlangen deshalb immer wieder nach neuen Strategien. Ob Rettungseinsatz, Sabotage oder das Platzieren von Sprengstoff – nicht jeder Plan geht auf. Mitunter musst du deine Taktik mitten im Gefecht komplett überdenken. Und manchmal wirst du trotz aller Bemühungen nicht jeden deiner Soldaten retten können. Besonders hart wird es, wenn deine Einheit nach und nach dezimiert wird und am Ende nur noch Hawks übrig bleibt. Stirbt auch er, musst du die Kampagnenmission von vorne beginnen. Persönlich würde ich allerdings schon vorher neu laden, denn wenn liebgewonnene Charaktere fallen und durch unbekannte Reservesoldaten ersetzt werden, möchte ich diese Konsequenzen nur ungern akzeptieren.

Trailer


Fazit

„Star Wars: Zero Company“ ist ein gelungenes Strategiespiel, das dir eine neue und bislang unbekannte Geschichte innerhalb des Star-Wars-Universums erzählt. Die Handlung überzeugt mit spannenden Dialogen und spektakulären Zwischensequenzen und bietet dir dabei einen interessanten Einblick in die Konflikte abseits der bekannten Ereignisse der Klonkriege. Besonders viel Freiheit hast du bei der Zusammenstellung und Entwicklung deiner Truppe. Von Aussehen und Kleidung bis hin zu Fähigkeiten und Klassen kannst du dein Team weitgehend nach deinen Vorstellungen gestalten. Dadurch fühlt sich die Einheit, mit der du in die Schlacht ziehst, tatsächlich wie deine eigene an. Auch die rundenbasierten Gefechte wissen zu überzeugen. Jeder Zug will gut überlegt sein, denn deine Positionierung, der Einsatz deiner Aktionspunkte und die Zusammensetzung deines Teams können über Sieg oder Niederlage entscheiden. Besonders spannend wird es, wenn ein Plan während einer Mission nicht mehr aufgeht und du spontan umdenken musst. Mit dem optionalen permanenten Tod stehen zudem Entscheidungen auf dem Spiel, die das Schicksal deiner Truppe dauerhaft verändern können. Dass hinter dem Spiel ehemalige „XCOM“-Entwickler stehen, ist dabei deutlich spürbar. Bit Reactor und Respawn Entertainment verbinden taktische Tiefe mit einer unterhaltsamen Rollenspielgeschichte und schaffen damit ein Abenteuer, das sowohl Strategie-Fans als auch Star-Wars-Liebhaber ansprechen dürfte. „Star Wars: Zero Company“ ist damit nicht nur eine würdige Ergänzung des Universums, sondern auch ein überzeugender Vertreter des rundenbasierten Strategie-Genres.


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