Machine Party

Shadow PC, PC

„Machine Party“ ist ein makabres und chaotisches PvP-Partyspiel, das klassische Minispiele mit brutalen Fallen, schwarzem Humor und jeder Menge Schadenfreude verbindet.

Willkommen zur Machine Party

Sich für die Machine Party anzumelden, ist ein bisschen so, als würdest du freiwillig russisches Roulette mit einer Doppelladung spielen: dumm, sinnlos und vor allem eine hervorragende Methode, die Schwachen von den Starken zu trennen. In einer Welt, in der der Tod unausweichlich ist, geht es nur darum, ihn so lange wie möglich hinauszuzögern. Und mit genug Blut, Schweiß und Tränen besteht vielleicht sogar die Chance auf einen weniger schrecklichen Ausgang. Spoiler: Die gibt es nicht. Gemeinsam mit einem Freund oder mit bis zu vier Spielern stellst du dich einer Reihe gnadenloser Kämpfe und tödlicher Minispiele. Ob „Buckshot Roulette“ oder „Final Sentence“ – jede Herausforderung verlangt dir ab, deine Gegner zu sabotieren, zu täuschen und zu manipulieren. Mit einem klassischen Partyspiel hat das ungefähr so viel zu tun wie ein Schlachthof mit einem Familienausflug. In einer der Herausforderungen findest du dich beispielsweise gemeinsam mit deinen Mitspielern in einem Wettlauf gegen eine tödliche Falle wieder. Du weichst Hindernissen aus, wirfst andere Spieler zu Boden und kämpfst dich auf möglichst skrupellose Weise durch eine Umgebung, bei der selbst Jigsaw nervös werden dürfte.Echte Gewinner gibt es in „Machine Party“ ohnehin nicht. Es gibt lediglich diejenigen, die ihre Gegner lange genug überleben, um einen bitteren Sieg davonzutragen. Meist besteht die Aufgabe darin, den Zusammenbruch der Welt zu überstehen, während Hindernisse sich nach und nach in tödliche Fallen verwandeln. Und wenn dich nicht gerade eine solche Falle erwischt, erledigen es eben ein Präzisionsgewehr, ein Hammer, eine Rolltreppe oder – aus unerfindlichen Gründen – ein Teller Erbsen. Frag besser nicht. Mit insgesamt fünfzehn Minispielen bietet „Machine Party“ eine ordentliche Auswahl an makabren Herausforderungen. Zusätzlich kannst du verschiedene Skins und Gegenstände freischalten. Das ist für das eigentliche Gameplay zwar nicht notwendig, gibt deinen vier leeren Platten aber immerhin ein wenig Persönlichkeit, bevor du sie wieder zum Schlachter schickst.

Ein erfrischend makabres PvP-Erlebnis

So schrecklich und verstörend es auch klingt: „Machine Party“ ist ein regelrechtes Blutbad – und noch dazu ein verdammt unterhaltsames. Mit einer Vielzahl an Minispielen und einer PSX-inspirierten Optik, die an eine Mischung aus „Nightmare Kart“ und „Twisted Metal“ erinnert, bringt das Spiel alles mit, was es für einen kleinen PvP-Kultklassiker braucht.  Abartig, verdreht und überraschend spaßig – vor allem mit Freunden. Oder mit Todfeinden. „Machine Party“ ist auf seltsame Weise eine willkommene Abwechslung. Während viele PvP-Spiele auf ein möglichst ausgeglichenes Spielfeld und eine verzeihliche Lernkurve setzen, wagt sich dieses Spiel bewusst etwas weiter hinaus und macht aus dem klassischen Party-Brawler ein chaotisches Schlachtfest.Die Minispiele sind dabei erstaunlich gut umgesetzt und dank der unkomplizierten Steuerung schnell zu erlernen. Zwar erreichen sie nicht die spielerische Tiefe eines ausgewachsenen Brawlers, doch jedes besitzt eigene Regeln, tödliche Fallen und meist eine absurde Wendung, mit der du deine Freunde sabotieren und ihre Chancen auf den Sieg zunichtemachen kannst. Ich persönlich finde das großartig. Zumindest solange ich nicht diejenige bin, der am Ende den Witz abbekommt.

Viel Potenzial für die Zukunft

„Machine Party“ verfügt über eine solide Grundlage und alle wichtigen Zutaten für ein langlebiges PvP-Spiel. Die Basis lässt sich problemlos um neue Minispiele, Hüte und Gegenstände erweitern, wodurch der Titel langfristig zu einem ernstzunehmenden Vertreter des Online-Multiplayers werden könnte. Ich hoffe jedenfalls, dass die Entwickler dieses Potenzial ausschöpfen – denn ein derart ungewöhnliches Partyspiel bekommt man schließlich nicht jeden Tag zu sehen. Zugegeben: Für den nächsten Familienabend ist „Machine Party“ eher ungeeignet. Der düstere Humor, das blutige Chaos und die unheimliche Atmosphäre dürften nicht jeden Geschmack treffen. Wer jedoch genug von klassischen Partyspielen à la Jackbox und Jamboree hat und sich ein deutlich makabreres PvP-Erlebnis wünscht, bekommt hier eine erfrischende Alternative. Du musst dafür auch kein Sadist sein. Es reicht völlig, wenn du Spaß daran hast, deine Freunde ins Chaos zu stürzen und ihnen dabei zuzusehen, wie sie verzweifelt versuchen, Schicksale zu überleben, die kaum schlimmer sein könnten.

Trailer


Fazit

„Machine Party“ nimmt das klassische Multiplayer-Erlebnis auseinander und ersetzt es durch Gewalt, schwarzhumorige Psychospielchen und gnadenlose Kämpfe. Oro Interactive gelingt es dabei, ein kompromissloses PvP-Spiel auf die Beine zu stellen, das nicht nur optisch seinen eigenen Stil hat, sondern vor allem im Multiplayer mit Freunden jede Menge sadistischen Spaß bietet. Sicher, „Machine Party“ wird nicht jedem gefallen. Doch gerade in einem zunehmend übersättigten Partyspiel-Markt bringt es eine erfrischend makabre Idee mit und hat durchaus das Potenzial, sich von der Masse abzuheben. Ob es langfristig bestehen kann, wird sich zeigen. Für mich ist die Entscheidung allerdings längst gefallen: Wenn die Alternative zwischen den üblichen Partyspielen und „Machine Party“ besteht, würde ich mich jederzeit freiwillig in die nächste tödliche Falle stürzen. Vielleicht brauche ich Hilfe. Oder ich sollte einfach aufhören, Jackbox zu spielen.


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