
„Company of Heroes 3: Final Stand“ erweitert das Strategiespiel um einen intensiven Verteidigungsmodus, in dem du dich gegen immer stärker werdende Gegnerwellen behaupten musst. Mit taktischen Entscheidungen, Fraktionsfortschritt und dynamischen Ereignissen bietet der DLC ein spannendes Koop-Erlebnis, das besonders Fans des klassischen „Last Stand“-Prinzips gefallen dürfte.
„Company of Heroes 3: Eine starke Rückkehr mit neuem Verteidigungsmodus“
„Company of Heroes 3“ ist ein etwas ungewöhnlicher Titel in Relics Geschichte. Nach dem enttäuschenden „Dawn of War 3“ konnte das Studio mit „Age of Empires IV“ wieder überzeugen. Der dritte Teil der „Company of Heroes“-Reihe liegt irgendwo dazwischen: Er erreicht nicht ganz die Qualität seiner Vorgänger, ist aber weit entfernt von einem Rückschritt. Trotz kleiner Schwächen bei Licht, Sound und einigen technischen Details bleibt „Company of Heroes 3“ ein starkes Strategiespiel. Umso spannender ist der neue DLC „Final Stand“, der einen Wellenmodus für Einzelspieler und Koop mit zwei Spielern bietet. Kaum ein Echtzeit-Strategiespiel schafft es, Schlachten so filmisch und gleichzeitig so menschlich darzustellen. Besonders beeindruckend ist das Gefühl, befestigte Stellungen aufzubauen und sie trotz einer erdrückenden Gegnerübermacht zu verteidigen. Genau dieses Konzept steht im Mittelpunkt des „Last Stand“-Modus. Ähnlich wie der bekannte „Last Stand“-Modus aus „Dawn of War 2“ musst du Angriffswellen abwehren und deine Basis um jeden Preis schützen. Deine Truppen starten aus einem Gebäude hinter der Verteidigungslinie, während der Gegner versucht, deine Basis zu zerstören. Sobald ihm das gelingt, ist die Partie verloren. Auf dem Schlachtfeld befinden sich drei Bunker, von denen aus verschiedene Wege zu deiner Basis führen. Diese Positionen musst du sichern und mit Verteidigungsanlagen ausbauen, um die vorrückenden Gegner aufzuhalten. Das Kartendesign erinnert dabei an klassische MOBAs wie „Dota“ oder „League of Legends“, doch das eigentliche Spielgefühl bleibt typisch „Company of Heroes“: taktisch, intensiv und geprägt von klugen Entscheidungen auf dem Schlachtfeld.

Taktische Entscheidungen und harte Verteidigungslinien
Die Bunker sind mehr als nur Verteidigungspositionen. Sie stärken deine Truppen, heilen Verwundete und werden dadurch schnell zu den wichtigsten Schauplätzen jeder Schlacht. Anders als in klassischen Modi geht es hier jedoch nicht darum, einfach Kontrollpunkte einzunehmen. Deine Wirtschaft ist festgelegt, und zu Beginn stehen dir nur wenige Einheitentypen zur Verfügung. Du startest meist mit einer einzelnen Infanterieeinheit und kannst deine Armee nach und nach erweitern. Während der Partie liefern alliierte Flugzeuge seltene Ressourcen per Abwurf, doch bei Engpässen musst du deine Entscheidungen gut planen. Zwischen den insgesamt zwölf Wellen wählst du regelmäßig zwischen zwei Verbesserungen – darunter Heilstationen, Fahrzeuge, Artillerie oder andere Unterstützungen. Die nicht gewählte Option verschwindet dauerhaft, weshalb jede Entscheidung gut überlegt sein will. In einer Partie mit dem Afrikakorps musste ich beispielsweise häufige Luftangriffe abwehren. Die Wahl zwischen einer V1-Rakete und einer starken Flugabwehrwaffe fiel angesichts der vielen feindlichen Flugzeuge leicht. Genau solche Situationen machen den Modus spannend, da du deine Strategie an die jeweilige Schlacht anpassen musst. Du kannst das Szenario mit jeder verfügbaren Fraktion spielen. Besonders die Briten und Deutschen fühlen sich dabei sehr stark an. Das Afrikakorps hat allerdings eine kleine Schwäche: Sein wichtigstes Unterstützungsfahrzeug, das Wracks bergen und reparieren kann, ist erst durch eine Wellenentscheidung verfügbar. Dadurch fehlt eine zentrale Fähigkeit zu Beginn der Partie. Gleichzeitig verfügt die Fraktion von Anfang an über eine der stärksten panzerbrechenden Infanterieeinheiten, was diesen Nachteil teilweise ausgleicht. Der Modus lässt sich auf jeder Karte im normalen Schwierigkeitsgrad bewältigen, wenn du deine Einheiten geschickt einsetzt. Permanente Fraktions-Upgrades außerhalb der Gefechte sind nicht zwingend notwendig. Auch wenn ich einige der schwierigsten Herausforderungen noch nicht vollständig gemeistert habe, ist genau das ein gutes Zeichen: Das Gameplay bietet genügend Tiefe, um langfristig zu fordern und neue Strategien auszuprobieren.
Fortschritt, Wiederspielwert und mächtige Gegner
Nach jeder Runde erhältst du Fraktionspunkte, die du in einem Technologiebaum investieren kannst. Damit schaltest du neue Fähigkeiten frei, erhöhst deinen Schaden und verbesserst deine Ausgangslage für zukünftige Gefechte. Je weiter du den Baum entwickelst, desto länger kannst du durchhalten und desto mehr Möglichkeiten stehen dir zur Verfügung. In meiner Version ließ sich dieses System deaktivieren, falls man lieber ohne permanente Verbesserungen spielen möchte. Allerdings wirkt der gesamte Modus klar darauf ausgelegt, immer wieder gespielt zu werden und den eigenen Fortschritt langfristig auszubauen. Genau das macht den Reiz aus: Allein ist der Modus bereits motivierend, mit Freunden wird er noch unterhaltsamer. Er erinnert dabei stark an den Suchtfaktor des beliebten „Last Stand“-Modus aus „Dawn of War 2“. Ein besonderes Merkmal sind die Bosse, die sich deutlich von den normalen Gegnerwellen abheben. Sie sind riesig, gut sichtbar und überraschend ausgewogen. Statt einfach nur über extrem viel Lebensenergie zu verfügen, setzen sie auf besondere Fähigkeiten und stärkere Waffensysteme. Mit der richtigen Einheitenzusammenstellung lassen sie sich zwar schnell besiegen, können aber durch ihre Vielseitigkeit trotzdem gefährlich werden. Auch auf höheren Schwierigkeitsgraden bleiben die Bosse herausfordernd, ohne unfair zu wirken. Ein kleineres Problem ist jedoch, dass manche Bosse oder Artilleriefahrzeuge gelegentlich außerhalb der Kartengrenzen festhängen können. Dadurch greifen sie deine Bunker an, während du selbst keine Möglichkeit hast, sie zu bekämpfen.

Lohnt sich „Final Stand“?
Ob du bereits ein erfahrener „Company of Heroes 3“-Spieler bist oder neu in die Reihe einsteigst – „Final Stand“ bietet für beide Gruppen einen unterhaltsamen Spielmodus. Die Gefechte sind zugänglicher und weniger stressig als klassische PvP-Partien, bleiben aber durch die chaotischen KI-Angriffe spannend und abwechslungsreich. Besonders der Mehrspielermodus mit Freunden sorgt für zusätzlichen Spielspaß. Durch die acht Schwierigkeitsstufen, verschiedene Karten und den langfristigen Fortschritt im Technologiebaum bietet der Modus genügend Abwechslung, um viele Stunden zu beschäftigen. Der größte Kritikpunkt bleibt jedoch der Preis. Wie einige andere DLCs für „Company of Heroes 3“ wirkt auch „Final Stand“ im Verhältnis zum gebotenen Inhalt zu teuer. Für diesen Preis erhältst du fünf Karten, vier Fraktionen aus dem Hauptspiel, jeweils zwölf Wellen pro Karte, eigene Technologiepfade, neue Skins und 18 dynamische Ereignisse. Als zusätzlicher Spielmodus funktioniert „Final Stand“ trotzdem hervorragend. Die Gefechte fühlen sich intensiv und filmreif an: Gebäude zerfallen unter Beschuss, Soldaten kämpfen um jeden Meter und Panzer explodieren mitten im Gefecht. Die detaillierten Animationen – von der Bewegung der Infanterie bis zum Wechsel der Stellungen – verstärken den Eindruck einer lebendigen Schlacht. Am Ende ist „Final Stand“ ein explosiver und atmosphärischer Strategiespielmodus, der besonders im Koop seine Stärken ausspielt. Der Preis verhindert jedoch, dass er eine uneingeschränkte Empfehlung erhält.
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