
Quarantine Market Simulator verbindet einen klassischen Shop-Simulator mit einer Zombie-Apokalypse. Statt einfach nur Regale aufzufüllen und Kunden zu bedienen, musst du zusätzlich darauf achten, dass infizierte Personen nicht in deinen Laden gelangen und verschiedene Bedrohungen im Blick behalten. Die Grundidee ist durchaus interessant und hebt das Spiel von vielen Genrevertretern ab. In der aktuellen Version wird das Potenzial allerdings nur teilweise ausgeschöpft, da zahlreiche Designentscheidungen den Spielfluss unnötig ausbremsen.
Gameplay
Im Kern dreht sich alles darum, Waren einzukaufen, die Regale zu bestücken und Kunden zu bedienen. Dabei kannst du die Verkaufspreise selbst festlegen, was grundsätzlich für etwas wirtschaftliche Freiheit sorgt. Allerdings reagieren die Kunden sehr empfindlich auf Preissteigerungen. Bereits ein Aufschlag von rund zwei Dollar kann ausreichen, damit Kunden den Kauf verweigern. Dadurch ist der wirtschaftliche Spielraum deutlich kleiner, als man zunächst vermuten würde. Ein weiteres Problem ist die sehr geringe Kundenzahl. Ohne das erste Computer-Upgrade besuchen dich pro Spieltag maximal zehn Kunden. Da ein Arbeitstag von 8 Uhr morgens bis 23 Uhr dauert, verbringst du einen Großteil der Zeit schlicht mit Warten. Wirklich etwas zu tun gibt es in diesen Phasen kaum. Erst das Upgrade für 100 Dollar erhöht die Kundenzahl, allerdings musst du dieses Geld zunächst einmal verdienen – was sich durch die wenigen Käufer entsprechend lange hinzieht. Hinzu kommt, dass der Levelaufstieg äußerst langsam verläuft. Da nur wenige Kunden erscheinen und somit auch nur wenig Erfahrung gesammelt wird, zieht sich der Spielfortschritt unnötig in die Länge. Das sorgt schnell dafür, dass sich die ersten Stunden eher zäh als motivierend anfühlen. Auch das Diebesystem hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Mehrmals täglich tauchen Diebe auf und stehlen etwa 15 bis 20 Dollar aus der Kasse. Zwar kannst du sie über ein Computer-Upgrade für den jeweiligen Tag deaktivieren, allerdings kostet diese Funktion selbst rund 40 Dollar und muss täglich erneut gekauft werden. Wirtschaftlich lohnt sich das kaum. Noch frustrierender ist, dass das Ausschalten der Diebe weder Erfahrungspunkte noch einen Geldbonus bringt. Du erhältst lediglich den gestohlenen Betrag zurück, sodass sich erfolgreiche Verteidigung letztlich kaum belohnt anfühlt. Ein weiteres Gameplay-Element sind Kunden mit Fieber. Werden sie nicht konsequent abgewiesen, können sie mutieren. Diese Mechanik sorgt zumindest für etwas Aufmerksamkeit während der ansonsten oft ruhigen Arbeitstage und passt gut zum Quarantäne-Szenario. Interessant ist auch das Bestechungssystem. Manche Kunden versuchen, dich mit Geld zu bestechen. Nimmst du das Angebot an, musst du einen sehr kleinen grünen Bereich treffen. Misslingt dir das Timing, folgt eine Geldstrafe, deren Höhe sich nach dem angebotenen Bestechungsgeld richtet. Da das Zeitfenster extrem klein ausfällt, wirkt dieses Minispiel eher frustrierend als spannend. Für den größten Frust sorgen jedoch die Verteidigungsmissionen an der Mauer. In regelmäßigen Abständen musst du eine Zombiewelle abwehren. In der Praxis fühlen sich diese Abschnitte jedoch extrem unfair an. Es erscheinen sehr viele Zombies gleichzeitig, die Waffe überhitzt viel zu schnell und die Mauer hält den Angriffen nur kurze Zeit stand. Dadurch entsteht schnell der Eindruck, dass ein erfolgreicher Abschluss kaum möglich ist. Wer diese Mission überspringt, wird zusätzlich bestraft und verdient anschließend bis zu 45 Prozent weniger am Verkauf. Diese Kombination aus hoher Schwierigkeit und empfindlicher Bestrafung wirkt unverhältnismäßig. Auch die verschiedenen Regale und Erweiterungen hätten etwas mehr Komfort vertragen können. Sämtliche Objekte verzichten auf Beschreibungen. Mit etwas Aufmerksamkeit lassen sie sich zwar anhand der Bilder unterscheiden, dennoch wären kurze Erklärungen gerade bei den Regalen hilfreich gewesen. Außerhalb des Ladens gibt es nur wenig zu entdecken. In der Stadt befindet sich unter anderem ein Strip-Lokal, in dem du verschiedene alkoholische Getränke konsumieren kannst. Weitere spielerische Funktionen bietet dieser Ort allerdings nicht.

Grafik und Sound
Grafisch präsentiert sich Quarantine Market Simulator solide, ohne größere Akzente zu setzen. Die Spielwelt erfüllt ihren Zweck und vermittelt das Gefühl einer kleinen Stadt im Ausnahmezustand. Charaktermodelle, Umgebungen und Einrichtungen sind funktional gestaltet, erreichen aber kein besonders hohes Detailniveau. Auch die Benutzeroberfläche ist insgesamt übersichtlich, könnte jedoch an einigen Stellen mehr Informationen liefern. Gerade bei Möbeln und Erweiterungen fehlen Beschreibungen vollständig, wodurch neue Spieler häufiger rätseln müssen, welche Funktion einzelne Objekte besitzen. Insgesamt erfüllt die Grafik ihren Zweck und passt zum eher kleinen Umfang des Spiels, hinterlässt aber keinen bleibenden Eindruck. Beim Sound zeigt sich ein ähnliches Bild wie bei der Grafik. Die Hintergrundgeräusche und Effekte unterstützen das Geschehen ordentlich und sorgen dafür, dass der Ladenbetrieb sowie die Zombieangriffe glaubwürdig wirken. Gleichzeitig fehlt es dem Spiel jedoch an musikalischen oder akustischen Höhepunkten, die langfristig im Gedächtnis bleiben. Die Soundkulisse erfüllt ihren Zweck, trägt aber nur begrenzt dazu bei, Atmosphäre oder Spannung nachhaltig aufzubauen.
Atmosphäre
Die Mischung aus Supermarktverwaltung und Zombie-Apokalypse besitzt ohne Frage ihren eigenen Charme. Besonders die Entscheidung, fiebrige Kunden konsequent aussortieren zu müssen, sorgt für ein ständiges Gefühl der Unsicherheit. Leider leidet die Atmosphäre stark unter den langen Leerlaufphasen. Wenn über viele Spielminuten kaum Kunden erscheinen, geht ein Großteil der Spannung verloren. Statt einen hektischen Laden während einer Quarantäne zu führen, wartet man häufig einfach nur auf den nächsten Kunden. Zusammen mit dem sehr langsamen Spielfortschritt entsteht dadurch immer wieder Langeweile.

Trailer


















