Mit Obscuris versucht ein einzelner Entwickler, frischen Wind in das Koop-Horror-Genre zu bringen. Statt auf klassische Geisterjagden oder reine Survival-Mechaniken setzt das Spiel auf einen Mix aus Erkundung, Ressourcenmanagement und Roguelite-Elementen. Du erkundest gemeinsam mit bis zu fünf weiteren Spielern unheimliche Schauplätze im modernen Japan, sammelst eine geheimnisvolle Ressource namens „Obscure“ und musst vor Sonnenaufgang wieder entkommen. Da sich das Spiel aktuell im Early Access befindet, solltest du allerdings im Hinterkopf behalten, dass noch zahlreiche Inhalte und Verbesserungen geplant sind. Eine Story-Kampagne existiert derzeit noch nicht.
Gameplay
Das Herzstück von Obscuris ist der kooperative Multiplayer für bis zu sechs Spieler. Zwar kannst du auch alleine losziehen, doch das Spiel entfaltet seine größte Stärke eindeutig im Team. Kommunikation und Zusammenarbeit stehen jederzeit im Mittelpunkt, denn jede Expedition verlangt sorgfältige Planung. Du musst entscheiden, wie lange du das Risiko eingehst, weitere Ressourcen zu sammeln, bevor die Gefahr zu groß wird und der Rückzug unausweichlich ist. Die einzelnen Karten sorgen durch zufällig generierte Bereiche dafür, dass sich kaum eine Runde exakt wie die vorherige anfühlt. Dadurch bleibt die Spannung lange erhalten und das Spiel gewinnt deutlich an Wiederspielwert. Gleichzeitig verhindert das Zufallsprinzip, dass du feste Laufwege oder sichere Strategien auswendig lernen kannst. Stattdessen musst du flexibel auf jede Situation reagieren. Besonders gelungen ist das permanente Gefühl von Zeitdruck. Da jede Nacht nur begrenzt Zeit bietet, entsteht ständig die Frage, ob du noch einen Raum erkundest oder lieber den sicheren Rückweg antrittst. Dieses Risiko-Belohnungs-System sorgt regelmäßig für nervenaufreibende Momente. Ergänzt wird das Ganze durch magische Fähigkeiten sowie einen kleinen Fertigkeitenbaum, über den du deinen Charakter nach und nach verbessern kannst. Dazu kommen zahlreiche kosmetische Anpassungsmöglichkeiten, die deinem Charakter eine persönliche Note verleihen. Allerdings zeigt sich an einigen Stellen auch deutlich der Early-Access-Status. Die Spielmechaniken besitzen zwar eine solide Grundlage, doch aktuell fehlt noch etwas Abwechslung. Mehr Gegnertypen, zusätzliche Karten und neue Spielmechaniken würden der Langzeitmotivation spürbar zugutekommen. Auch eine richtige Story-Kampagne ist bislang noch nicht enthalten und soll erst mit der Vollversion folgen.

Grafik
Optisch hinterlässt Obscuris einen ordentlichen Eindruck. Der moderne Japan-Schauplatz bietet eine angenehme Mischung aus realistischen Umgebungen und düsteren Horror-Elementen. Vor allem die Beleuchtung trägt entscheidend zur Atmosphäre bei. Dunkle Gänge, flackernde Lichtquellen und begrenzte Sichtweiten sorgen dafür, dass du dich selten wirklich sicher fühlst. Die Monster profitieren ebenfalls von der stimmungsvollen Inszenierung. Häufig sind sie zunächst nur schemenhaft zu erkennen, bevor sie plötzlich aus der Dunkelheit auftauchen. Gerade diese Momente erzeugen eine deutlich stärkere Wirkung als permanente Schockeffekte. Bei den Charaktermodellen und Animationen gibt es dagegen noch Luft nach oben. Einige Bewegungen wirken momentan etwas steif, und kleinere grafische Ungereimtheiten lassen erkennen, dass sich das Spiel noch in Entwicklung befindet. Insgesamt bietet die Grafik jedoch bereits eine gute Basis, auf der sich in den kommenden Monaten weiter aufbauen lässt.
Sound
Beim Sounddesign zeigt Obscuris seine größte Stärke. Statt dauerhaft auf laute Musik zu setzen, arbeitet das Spiel überwiegend mit ruhigen Umgebungsgeräuschen. Wind, entfernte Geräusche und unheimliche Klänge erzeugen eine permanente Anspannung, ohne den Spieler zu überfordern. Wenn Monster in der Nähe auftauchen, verändert sich die Geräuschkulisse dezent, wodurch die Nervosität automatisch ansteigt. Gerade im Koop entsteht dadurch eine intensive Atmosphäre, weil jede unerwartete Bewegung oder jedes Geräusch für hektische Kommunikation im Team sorgt. Die musikalische Untermalung hält sich angenehm zurück und unterstützt die Stimmung, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Insgesamt gelingt dem Sounddesign bereits jetzt eine dichte Horror-Atmosphäre, die hervorragend zum Spielprinzip passt.















