
The Adventures of Elliot: The Millennium Tales verbindet die Erkundung und Rätsel klassischer Zelda-Abenteuer mit einer erzählerischen Präsentation im Stil von Square Enix und schickt Dich auf eine spannende Reise durch vier verschiedene Zeitepochen.
Zeitreisen und vielseitige Charakterentwicklung
Als wäre die Fülle an Ideen nicht schon groß genug, setzt das Spiel zusätzlich auf Zeitreisen – ein beliebtes, aber oft überstrapaziertes Thema. Held Elliott bereist dabei nicht nur zwei, sondern gleich vier verschiedene Epochen. Obwohl dieselbe Welt als Grundlage dient, verändern sich Dörfer, Dungeons und andere Schauplätze je nach Zeitperiode teilweise erheblich. Aus einem kleinen Dorf kann beispielsweise eine mächtige Festung werden, während andere Orte verschwinden oder völlig neue Bereiche eröffnen. Zu Beginn musst Du die verschiedenen Zeitalter erst über Portale freischalten. Später ermöglicht ein umfangreiches Schnellreisesystem den nahezu sofortigen Wechsel zwischen Orten und Epochen. Zwar kann das mehrfache Erkunden derselben Gebiete gelegentlich etwas eintönig wirken, gleichzeitig entstehen dadurch aber interessante Rätsel, Geheimnisse und abwechslungsreiche Aufgaben, die clever mit den unterschiedlichen Zeitlinien spielen. Auch spielerisch bietet Elliott einiges an Möglichkeiten. Neben seinem Schwert stehen Dir Speer, Hammer, Bogen, Bumerang und Bomben zur Verfügung. Im Laufe des Abenteuers lassen sich zudem stärkere Varianten dieser Waffen freischalten, die Du Dir jedoch erst verdienen musst. Besonders spannend sind die sogenannten Magiliti. Diese Kristalle erinnern stark an die Materia aus dem Spiel Final Fantasy VII und können von Handwerkern in mächtige Juwelen verwandelt werden. Sie verbessern Waffen mit zusätzlichen Effekten und eröffnen zahlreiche Anpassungsmöglichkeiten. Mit fortschreitendem Spiel schaltest Du immer mehr Plätze für diese Verstärkungen frei und kannst Deine Ausrüstung zunehmend auf Deinen eigenen Spielstil zuschneiden.

Faie – Mehr als nur eine Begleiterin
Eine der wichtigsten Ressourcen auf Deiner Reise ist die kleine Fee Faie, die Dich fast das gesamte Abenteuer über begleitet. Da sie die Welt noch kaum kennt, begegnet sie vielen Ereignissen mit kindlicher Neugier und kommentiert diese oft ausführlich. Glücklicherweise bieten die Entwickler sogar eine Option an, mit der sich ihre Gesprächigkeit reduzieren lässt. Doch Faie ist weit mehr als nur eine Begleiterin für Dialoge. Im Verlauf des Spiels erlernt sie zahlreiche Fähigkeiten, die sowohl für die Erkundung als auch für Kämpfe entscheidend sind. Sie kann Feuer entzünden, dunkle Bereiche erhellen, Elliott zusätzliche Bewegungsfähigkeiten wie Teleportation verleihen oder sogar seine Angriffe verstärken. Viele Rätsel und versteckte Bereiche lassen sich erst mithilfe ihrer Kräfte erreichen. Und davon gibt es reichlich. „The Adventures of Elliot“ steckt voller Geheimnisse, die oft weit abseits der Hauptpfade verborgen liegen. Manche Bosskämpfe liefern Hinweise auf die Hintergrundgeschichte, während scheinbar einfache Nebenquests nicht selten mit überraschenden Wendungen, wichtigen Story-Details oder wertvollen Belohnungen aufwarten. Wer die Welt aufmerksam erkundet, wird regelmäßig mit neuen Entdeckungen belohnt.
Langzeitmotivation mit kleinen Schwächen
Während der mehr als 30 Stunden Spielzeit bietet „The Adventures of Elliot“ viele starke Momente, auch wenn die anfängliche Frische des Gameplays im späteren Verlauf etwas nachlässt. Dafür gewinnt die Geschichte zunehmend an Fahrt. Was zunächst wie eine recht einfache Handlung wirkt, entwickelt sich nach und nach zu einem deutlich spannenderen Abenteuer, das besonders mit dem zweiten Ende und dem eigentlichen Epilog einige überraschende Wendungen bereithält. Von dieser Entwicklung profitieren auch die Nebenmissionen, die im weiteren Verlauf abwechslungsreicher ausfallen und häufiger interessante Belohnungen oder zusätzliche Hintergrundinformationen bieten. Weniger überzeugend ist dagegen die geringe Gegnervielfalt. Trotz der verschiedenen Zeitepochen begegnet Du oft denselben Feindtypen, die sich meist nur durch Farbe oder einzelne Fähigkeiten unterscheiden. Zum Glück gilt das nicht für die Bosskämpfe, die regelmäßig neue Ideen einbringen und zu den Highlights des Spiels gehören. Nach dem Abspann wartet zudem ein Neues-Spiel+-Modus, in dem Du mit allen freigeschalteten Fähigkeiten und Ausrüstungsgegenständen erneut starten kannst – auf Wunsch auch mit erhöhtem Schwierigkeitsgrad. Zwar hätte dem Spiel etwas mehr Eigenständigkeit und Abwechslung gutgetan, doch das ändert nichts daran, dass „The Adventures of Elliot“ eine gelungene Mischung aus klassischen Zelda-Abenteuern und der erzählerischen Handschrift von Square Enix bietet. Wer beide Welten schätzt, bekommt hier ein rundum unterhaltsames Abenteuer geboten.

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