Solarpunk

Shadow PC, PC

Solarpunk verbindet entspanntes Survival, Farming und Automatisierung zu einem gemütlichen Aufbauabenteuer, in dem du auf schwebenden Inseln deine eigene nachhaltige Zukunft erschaffst.

 

Überleben zwischen den Wolken

Wie in vielen Survival-Spielen startest du auch in Solarpunk verloren, hungrig und nahezu ohne Ressourcen. Die ersten Stunden drehen sich daher um die Suche nach Nahrung, das Sammeln von Materialien und den Bau einer einfachen Unterkunft. Der große Unterschied liegt jedoch in der Spielwelt selbst: Statt einer zusammenhängenden Karte besteht sie aus zahlreichen schwebenden Inseln, die über den Wolken verteilt sind. Dein wichtigstes Ziel zu Beginn ist die Reparatur des Luftschiffs, mit dem du auf einer kleinen Insel abgestürzt bist. Erst dadurch kannst du benachbarte Inseln erkunden und einem sympathischen Handelsroboter begegnen, der eine zentrale Rolle für deinen Fortschritt spielt. Bringst du ihm bestimmte Ressourcen, schaltet er neue Technologien frei, die nach und nach Automatisierung in dein Überleben bringen. Schließlich möchtest du deine Felder nicht ewig von Hand bewässern. Gleichzeitig ermöglicht er Upgrades für dein Luftschiff, damit du stärkere Luftströmungen überwinden und weiter entfernte Inseln erreichen kannst. Passend zum Solarpunk-Thema basiert die gesamte Technik auf erneuerbaren Energien. Solarpaneele und später Windturbinen versorgen Bewässerungssysteme, Bohrer, Elektroöfen, Transportdrohnen und viele weitere Maschinen mit Strom. Da ihre Leistung vom Wetter und dem Tag-Nacht-Zyklus beeinflusst wird, lohnt es sich frühzeitig, in Energiespeicher und unterschiedliche Energiequellen zu investieren. So entsteht ein angenehm durchdachtes System, das nicht nur spielerisch funktioniert, sondern ganz nebenbei auch an reale Herausforderungen moderner Energieversorgung erinnert.

Kleine Welt, große Ideen

Solarpunk stammt von Cyberwave, einem winzigen Entwicklerstudio mit nur zwei Personen – und das merkt man dem Spiel an einigen Stellen durchaus an. Die Entwickler gehen damit jedoch offen um und erklären auf Steam klar, was Spieler von ihrem Projekt erwarten können. Die schwebende Spielwelt fällt vergleichsweise kompakt aus: Sobald du neue Inseln erreichst, hast du sie meist innerhalb weniger Minuten erkundet. Mit den riesigen Welten von Spielen wie Valheim, Enshrouded oder StarRupture kann Solarpunk daher nicht mithalten. Laut den Entwicklern lässt sich die gesamte Erkundung und der Spielfortschritt in etwa zwanzig Stunden abschließen. Das ist keineswegs ein Nachteil – vor allem deshalb nicht, weil von Anfang an ehrlich kommuniziert wird, welchen Umfang das Spiel bietet. Kritischer sehe ich dagegen einige Designentscheidungen. Da bestimmte Rohstoffe ausschließlich auf einzelnen Inseln vorkommen – Eisen hier, Kupfer dort, Quarz auf einer anderen Insel –, lohnt es sich kaum, mehrere größere Außenposten aufzubauen. Stattdessen konzentriert sich fast alles auf die Hauptbasis. Das führt jedoch dazu, dass du einen großen Teil deiner Spielzeit zwischen den Inseln pendelst, um benötigte Materialien zu beschaffen. Zwar lässt sich dieser Prozess schrittweise automatisieren, zunächst durch Bohrgeräte und später durch Transportdrohnen, doch gerade in den ersten Stunden bleibt das Hin und Her recht präsent. Hinzu kommt, dass einige Spielsysteme nur unzureichend erklärt werden. Bestimmte Funktionen, etwa das Einrichten von Drohnenrouten, sind nicht besonders intuitiv. Auch bei anderen Mechaniken bleiben Fragen offen. So konnte ich beispielsweise nicht nachvollziehen, warum ein Schalter an einem Stromkabel keinerlei sichtbare Wirkung hatte. Ob das ein Fehler meinerseits oder des Spiels war, blieb unklar. Außerdem fehlen einige Komfortfunktionen, die in modernen Survival- und Aufbauspielen inzwischen fast selbstverständlich sind. So kannst du beispielsweise nicht direkt auf Materialien in benachbarten Kisten zugreifen, wenn du etwas herstellen möchtest, und auch ein automatisches Sortieren ähnlicher Gegenstände fehlt. Trotz dieser Schwächen bleibt Solarpunk ein sympathisches und entspannendes Spielerlebnis. Wenn du kein hunderte Stunden langes Survival-Epos suchst, sondern ein überschaubares Abenteuer mit kreativem Basenbau, nachhaltiger Technologie und einer angenehmen Atmosphäre, findest du hier einen Titel, in dem du problemlos viele gemütliche Stunden verbringen kannst.

Trailer


Fazit

Solarpunk hält weitgehend, was es verspricht: Du baust deine eigene nachhaltige Gemeinschaft auf, automatisierst Abläufe und erkundest eine charmante Welt aus schwebenden Inseln – alles in einer angenehm entspannten Atmosphäre. Statt auf ständige Gefahren oder Zeitdruck setzt das Spiel auf Kreativität, Erkundung und den schrittweisen Ausbau deiner kleinen Oase. Zwar sorgen die häufigen Wege zwischen den Inseln und einige Komfortmängel gelegentlich für kleine Frustmomente, doch diese Schwächen überschatten den positiven Gesamteindruck nicht. Wenn du ein entschleunigtes Survival- und Aufbauspiel suchst, das mehr Wert auf Gemütlichkeit als auf Stress legt, solltest du Solarpunk definitiv im Auge behalten. Es ist vielleicht kein gigantisches Abenteuer, dafür aber ein sympathisches und entspannendes Spielerlebnis, in dem du viele angenehme Stunden verbringen kannst.


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