
Mit Tombwater erwartet dich ein düsteres Top-Down-Soulslike im Western-Setting, das dich mit fordernden Kämpfen, starker Atmosphäre und einem ungewöhnlichen Stil sofort in seinen Bann zieht.
Düsterer Einstieg in eine verfluchte Stadt
Tombwater, das neue Top-Down-Soulslike von Solo-Entwickler Max Mraz, wirft dich direkt in eine düstere Western-Welt. Du schlüpfst in die Rolle eines Revolverhelden, der in der abgelegenen Stadt Tombwater nach einem verschwundenen Freund sucht. Doch schnell wird klar: Hier stimmt etwas ganz und gar nicht. Die Stadt wird von einer unheimlichen Plage namens „Madness“ heimgesucht. Monster streifen durch die Straßen, und die wenigen verbliebenen Bewohner haben längst den Verstand verloren. Aus deiner persönlichen Suche wird schon bald ein größeres Ziel: den Fluch aufhalten und das Geheimnis hinter dem Verschwinden deines Freundes aufdecken. Bevor es losgeht, wählst du aus sieben Klassen, jede mit eigenen Fähigkeiten und Ausrüstung. Ich habe mich für den Okkultisten entschieden – ein Magie-Nutzer, der besonders widerstandsfähig gegen die Madness ist. Dein Abenteuer beginnt im Zug nach Tombwater. Am verlassenen Bahnhof angekommen, erfährst du erste Details über die Lage – dein Freund war der Sheriff der Stadt. Doch kaum betrittst du die Straßen, wird dir klar, wie ernst die Situation ist: Fast jeder, dem du begegnest, ist dir feindlich gesinnt. Ein freundlicher Empfang sieht definitiv anders aus.

Dichte Atmosphäre mit kleinen Orientierungsschwächen
Was dir sofort auffällt, ist die stimmungsvolle Musik von Tombwater. Jeder Bereich hat seinen eigenen Soundtrack, der perfekt zur jeweiligen Umgebung passt. Der Central District erinnert mit seiner Gitarrenuntermalung an ein verlassenes Western-Dorf, während Orte wie der Friedhof, der Wald oder das Herrenhaus jeweils ihre ganz eigene, düstere Identität mitbringen. Auch spielerisch überzeugt die Struktur: Viele Gebiete sind anfangs nicht zugänglich und öffnen sich erst mit neuen Fähigkeiten oder Schlüsseln. Dadurch kehrst du immer wieder in bekannte Areale zurück, entdeckst neue Wege, Abkürzungen und Beute. Dieses System sorgt für ein stetiges Gefühl von Fortschritt und belohnt deine Erkundung. Zusätzlich lockern kleinere Rätsel das Gameplay auf und bringen Abwechslung ins Erkunden. Jeder Fund und jedes Upgrade fühlt sich wichtig an, was gut zur fordernden Ausrichtung des Spiels passt. Allerdings hat das Ganze auch seine Schattenseiten. Die Orientierung kann stellenweise schwierig werden. Durch die vielen Wege und Verzweigungen verlierst du schnell den Überblick, vor allem, wenn du nach einer Pause weiterspielst. Das eher knappe Questprotokoll hilft dir dabei kaum weiter, sodass du dich oft auf dein Gedächtnis verlassen musst. Das kann frustrieren, besonders wenn du länger nach dem richtigen Weg suchst. Gleichzeitig sorgt genau dieses Verlaufen auch für typische Soulslike-Momente, in denen du schließlich doch den richtigen Pfad findest. Trotzdem hätte dem Spiel an manchen Stellen etwas mehr Führung gutgetan.
Anspruchsvolle Kämpfe statt ruhiger Erkundung
So schön Atmosphäre, Umgebungen und Musik auch sind – in Tombwater kommst du kaum zur Ruhe. Hinter fast jeder Ecke lauern Gegner, und die erste Begegnung endet schnell schmerzhaft, wenn du das Kampfsystem noch nicht verinnerlicht hast. Der Fokus liegt klar auf Ausweichen, Timing und Präzision. Die Kämpfe sind fordernd und verlangen, dass du deine Ressourcen klug einsetzt. Heilflaschen sind begrenzt, ebenso deine Munition – die du dir durch Nahkampfangriffe wieder verdienen kannst. Gleichzeitig baut Magie deine Madness-Leiste auf. Ist sie voll, verlierst du die Kontrolle und kannst deine Fähigkeiten vorübergehend nicht mehr nutzen. Das zwingt dich, jede Begegnung taktisch anzugehen. Und genau hier spielt das Spiel seine Stärke aus: die enorme Vielfalt an Möglichkeiten. Du kombinierst Fern- und Nahkampfwaffen – von Pistolen und Schrotflinten bis hin zu Peitschen oder schweren improvisierten Waffen – mit unterschiedlichen Magiefähigkeiten wie Feuer, dunklen Kräften oder Schwärmen. Zusätzlich sorgen Waffenkünste und Talismane für weitere Anpassungen, sodass du deinen Spielstil flexibel gestalten kannst. Dadurch fühlt sich jeder Kampf anders an – vorausgesetzt, du bist bereit, dich wirklich auf das System einzulassen.

Stimmige Technik mit kleinen Einstiegshürden
Technisch macht Tombwater genau das, was es soll. Statt auf realistische Grafik setzt das Spiel auf einen düsteren Pixel-Art-Stil, der perfekt zur Soulslike-Atmosphäre passt und ein Gefühl von Bedrohung und Geheimnis vermittelt. Zwar fällt auf, dass einige Assets aus früheren Projekten wiederverwendet wurden, doch angesichts eines Solo-Entwicklers ist das absolut nachvollziehbar – und beeinträchtigt die Vielfalt kaum. Leistungstechnisch gibt es nichts zu meckern: Das Spiel läuft stabil, ohne Bugs, sowohl auf dem PC als auch auf dem Steam Deck. Gerade unterwegs entfaltet Tombwater seinen Reiz besonders gut und eignet sich hervorragend für kürzere Sessions auf der Couch. Einziger kleiner Haken ist die Steuerung zu Beginn. Schießen und Ausweichen fühlen sich anfangs etwas ungewohnt an, was schnell zu Frust führen kann. Mit etwas Eingewöhnung legt sich das jedoch, und das System spielt sich zunehmend präzise und zuverlässig.
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