
Mit Dear me, I was... bekommst du auf der Nintendo Switch kein klassisches Spiel im herkömmlichen Sinne, sondern eine interaktive Erzählung. Es ist ein ruhiges, fast meditatives Erlebnis, das dich durch die Lebensstationen einer Frau begleitet – von Kindheit über Jugend bis ins Erwachsenenalter. Statt Action oder komplexer Mechaniken stehen hier Emotion, Reflexion und Atmosphäre im Mittelpunkt.
Story & Handlung – Ein Leben in Fragmenten
Die Geschichte wird in kurzen Episoden erzählt, die jeweils prägende Momente aus dem Leben der Protagonistin zeigen. Du erlebst ihre Hoffnungen, Zweifel, Entscheidungen und Rückblicke. Es geht um Familie, Freundschaft, Verlust, Träume und die Frage, was aus einem Menschen wird, wenn er auf sein eigenes Leben zurückblickt. Die Erzählweise ist poetisch und reduziert. Dialoge und innere Monologe wirken wie Auszüge aus einem Tagebuch. Du beeinflusst den Verlauf nur in kleinen Nuancen, etwa durch Auswahl bestimmter Antworten oder Perspektiven. Die Geschichte bleibt weitgehend linear, was jedoch gut zum ruhigen Konzept passt. Gerade auf der Switch funktioniert diese intime Art des Storytellings besonders gut im Handheld-Modus, weil du dich stärker auf die Texte und Bilder konzentrieren kannst.

Gameplay – Minimalismus als Konzept
Spielerisch ist Dear me, I was... sehr einfach gehalten. Du bewegst dich durch Szenen, wählst gelegentlich Antworten aus oder interagierst mit kleinen Elementen im Bild. Es gibt keine klassischen Herausforderungen, keine Zeitlimits und keine komplexen Systeme. Der Fokus liegt klar auf dem Erzählen. Deine Interaktionen dienen eher dazu, dich emotional einzubinden, als das Geschehen grundlegend zu verändern. Dadurch entsteht ein Gefühl von Teilnahme, ohne dass du aktiv eingreifen musst. Wer interaktive Romane oder visuelle Erzählungen schätzt, wird sich hier wohlfühlen. Wer hingegen spielerische Tiefe oder anspruchsvolle Mechaniken sucht, wird wenig gefordert.
Grafik und Sound
Optisch setzt das Spiel auf einen weichen, fast aquarellartigen Stil. Farben verlaufen sanft ineinander, Hintergründe wirken wie gemalte Erinnerungen. Die Darstellung unterstreicht das Gefühl, in Gedanken oder Rückblicken zu verweilen. Auf der Nintendo Switch läuft das Spiel flüssig und ohne technische Probleme. Die reduzierte Präsentation passt gut zur Hardware. Besonders im Handheld-Modus kommen die weichen Farbtöne angenehm zur Geltung. Der Soundtrack ist ruhig, melancholisch und zurückhaltend. Klavierstücke und dezente Instrumentalpassagen begleiten die Szenen, ohne sich aufzudrängen. Geräuscheffekte sind minimal, da der Schwerpunkt klar auf Text und Atmosphäre liegt. Die Musik trägt stark zur emotionalen Wirkung bei und verstärkt die intime Stimmung.












