
Sovereign Syndicate ist ein isometrisches Rollenspiel, das dich in ein alternatives viktorianisches London versetzt – eine Welt aus Dampf, Magie, politischen Spannungen und sozialen Abgründen. Statt klassischer Fantasy-Klischees bekommst du hier eine Mischung aus Steampunk, Noir und sozialkritischem Drama. Besonders spannend: Das Spiel ersetzt Würfelwürfe durch ein Tarot-System, das Entscheidungen und Zufall neu interpretiert.
Story und Handlung – Drei Schicksale, ein Netz aus Intrigen
Du erlebst die Geschichte aus der Perspektive von drei unterschiedlichen Charakteren, deren Wege sich immer wieder kreuzen. Ein Minotaurus mit dunkler Vergangenheit, eine Straßenkünstlerin mit übersinnlichen Fähigkeiten und ein entfremdeter Ex-Soldat bilden das Zentrum der Handlung. Die Story entfaltet sich langsam, dialoglastig und mit viel Fokus auf Charakterentwicklung. Themen wie Klassenunterschiede, Ausbeutung, Abhängigkeit und Identität spielen eine große Rolle. Entscheidungen haben Konsequenzen, die sich auf Beziehungen, Fähigkeiten und den Verlauf einzelner Handlungsstränge auswirken. Das Spiel erinnert in seiner Struktur an narrative Schwergewichte wie Disco Elysium, setzt aber stärker auf eigene Ideen und ein zugänglicheres System. Du liest viel, triffst moralisch schwierige Entscheidungen und formst deine Figuren durch deine Antworten.

Gameplay – Dialoge als Kernmechanik
Im Zentrum steht das Dialogsystem. Statt Kämpfen dominieren Gespräche, Untersuchungen und Interaktionen. Deine Fähigkeiten beeinflussen, welche Dialogoptionen dir zur Verfügung stehen. Besonders interessant ist das Tarot-Kartensystem. Bei wichtigen Entscheidungen ziehst du Karten, die Erfolg oder Misserfolg bestimmen. Dabei spielen deine Attribute eine Rolle, wodurch Strategie und Zufall kombiniert werden. Klassische Kämpfe treten in den Hintergrund. Das Spiel setzt bewusst auf narrative Tiefe statt Action. Dadurch entsteht ein sehr ruhiges, aber intensives Spielerlebnis. Wer schnelle Gefechte sucht, wird hier nicht fündig.
Grafik und Sound
Optisch überzeugt Sovereign Syndicate mit einem stimmungsvollen, isometrischen Stil. Die Straßen Londons wirken dreckig, lebendig und glaubwürdig. Nebel, Gaslampen und industrielle Kulissen erzeugen eine dichte Atmosphäre. Charaktermodelle sind detailreich genug, um Persönlichkeit zu vermitteln, ohne überladen zu wirken. Die Farbpalette bleibt meist gedeckt und unterstützt die melancholische Grundstimmung. Der Soundtrack setzt auf jazzige, leicht melancholische Stücke, die perfekt zur viktorianischen Noir-Stimmung passen. Musik begleitet Gespräche dezent und verstärkt emotionale Momente. Soundeffekte sind zurückhaltend, aber passend. Die Geräuschkulisse von Straßen, Tavernen und Werkstätten sorgt für Immersion. Eine vollständige Sprachausgabe gibt es nicht durchgehend, doch die Texte sind gut geschrieben und transportieren die Stimmung effektiv.

Trailer

















