
Mit Real Estate Simulator 2 versucht der Entwickler, an den ersten Teil anzuknüpfen und das virtuelle Immobiliengeschäft weiter auszubauen. Du kaufst heruntergekommene Häuser, renovierst sie nach deinen Vorstellungen und versuchst, sie gewinnbringend zu verkaufen. Was auf dem Papier nach einer motivierenden Wirtschaftssimulation klingt, entpuppt sich in der Praxis jedoch als zäher Grind mit vielen Altlasten – und leider auch einigen neuen Problemen. Besonders kritisch ist dabei, dass bereits der Vorgänger nie vollständig fertiggestellt wurde. Viele Fans hofften deshalb auf einen runderen, technisch stabileren Nachfolger. Stattdessen fühlt sich Teil zwei über weite Strecken wie eine leicht angepasste Version des ersten Spiels an – inklusive ähnlicher Schwächen.
Handlung – Zweckmäßig, aber belanglos
Eine klassische Story gibt es nicht wirklich. Du startest als aufstrebender Immobilienhändler, arbeitest dich Stück für Stück nach oben und baust dein Geschäft aus. Zwischensequenzen oder eine erzählerische Rahmung fehlen weitgehend. Das Spiel konzentriert sich komplett auf das Wirtschaftssystem. Das muss grundsätzlich kein Nachteil sein – viele Simulationen kommen ohne große Story aus. Allerdings fehlt es hier auch an kleinen erzählerischen Elementen, die Motivation schaffen könnten: keine besonderen Events, keine Rivalen, keine unerwarteten Herausforderungen. Alles läuft sehr nüchtern und funktional ab.

Gameplay – Träge Abläufe und viel Leerlauf
Das Kernprinzip ist schnell erklärt: Du kaufst Immobilien, renovierst sie, legst einen Preis fest und wartest auf Kundschaft. Genau hier beginnen jedoch die größten Probleme. Das Gameplay fühlt sich oft extrem träge an. Kunden brauchen teils sehr lange, bis sie überhaupt erscheinen. Es kann sogar passieren, dass zwei Ingame-Tage vergehen, ohne dass sich jemand für dein Objekt interessiert. Noch frustrierender ist es, wenn Interessenten zwar auftauchen, aber deinen Preis nicht zahlen wollen – selbst wenn dieser realistisch angesetzt ist. Hinzu kommt, dass die Spielzeit künstlich gestreckt wird. Die Ingame-Uhr vergeht sehr langsam und du kannst die Zeit nicht frei vorspulen. Die einzige Möglichkeit ist, schlafen zu gehen, um Tage zu überspringen. Das reißt dich aus dem Spielfluss und verstärkt das Gefühl von Stillstand. Ein weiteres großes Manko ist das fehlende Tutorial. Es wird kaum erklärt, wie du effizient verkaufst, worauf Kunden achten oder wie du Preise strategisch anpasst. Gerade Neueinsteiger stehen hier ziemlich orientierungslos da. Vieles musst du durch Trial-and-Error herausfinden. Auch das Fortschrittssystem ist problematisch. Das Aufleveln dauert extrem lange. Neue Inhalte wie Wandfarben, Möbel oder Gestaltungsmöglichkeiten werden nur sehr langsam freigeschaltet. Dadurch wiederholen sich Renovierungen oft, weil dir schlicht die Optionen fehlen, um kreativ zu werden. Zusätzlich sorgen zahlreiche Bugs für Frust. Technische Fehler, kleinere Glitches oder unzuverlässige Mechaniken beeinträchtigen das ohnehin schon gemächliche Spieltempo weiter. Gerade im Vergleich zu anderen Simulationen wirkt das Gesamtpaket unfertig.Grafik und Sound
Optisch bietet Real Estate Simulator 2 solide, aber wenig beeindruckende Kost. Häuser und Innenräume sind funktional gestaltet, Texturen wirken jedoch oft schlicht und teils veraltet. Beleuchtung und Details bleiben hinter aktuellen Genre-Standards zurück. Die Gestaltungsmöglichkeiten wären ein Pluspunkt – wenn sie nicht so stark an das langsame Levelsystem gekoppelt wären. Gerade zu Beginn sehen viele renovierte Häuser sehr ähnlich aus, da dir nur wenige Optionen zur Verfügung stehen. Akustisch bleibt das Spiel ebenfalls im Mittelfeld. Die Hintergrundmusik ist dezent, teilweise fast schon zu unauffällig. Soundeffekte erfüllen ihren Zweck, bleiben aber ohne besondere Highlights. Weder negativ noch besonders positiv – eher austauschbar. Gerade in den langen Wartephasen fällt auf, wie wenig akustische Abwechslung geboten wird. Hier hätte eine dynamischere Klangkulisse helfen können, die zähen Momente etwas aufzulockern.

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