World Snooker Championship 2007 (Xbox 360, PSP und PS2)

World Snooker Championship 2007 (Xbox 360, PSP und PS2)

(Sega)

geschrieben von Carlos Carvalho Bernd Wolffgramm Uwe Schöler

 

 
Entwickler: Blade Interactive Studios
Publisher: Sega
Genre: Sportspiel
Releasedate: Bereits erhältlich
Homepage: World Snooker
Preis: Xbox 360 ca. 65€; PS2 ca. 46€; PSP ca. 49€
Altersfreigabe: Freigegeben ohne Altersbeschränkung gemäß §14 JuSchG

Von dem inzwischen ausgestorbenen Spiel "Pall Mall" haben sich verschiedene heute noch existente Sportarten entwickelt, darunter "Cricket" und "Golf". Das Billardspiel, das seinen Ursprung im 15. Jahrhundert hatte, entwickelte sich ebenfalls aus dieser Sportart, war allerdings bei schlechtem Wetter in Innenräumen spielbar. Während der folgenden 400 Jahre breiteten sich die verschiedensten Variationen dieses Tischspiels aus und erst zu Anfang des 19. Jahrhunderts kamen Queue, die Pomeranze, Schieferplatte, mit Gummi gefüllte Banden und feste Maße für Tische dazu (die sogenannten English Billards). 1875 in Indien, während der Kolonialbesetzung durch England, schlug Oberst Sir Neville Francis Fitzgerald Chamberlain die Variation vor, die heute als Snooker bekannt ist. Dieses Spiel breitete sich schnell unter Amateuren in England aus und wurde 1916 zum ersten Mal in einer britischen Amateurmeisterschaft ausgetragen.

Über zehn Jahre später, im Jahre 1927 fand mit der Hilfe von Joe Davis die erste Profimeisterschaft statt, die auch von ihm gewonnen wurde. Die ersten Farbsendungen von BBC breiteten die Sportart und dessen Wettbewerbe in den 70er Jahren so sehr aus, dass 1985 über 18 Millionen Personen, etwa ein Drittel der damaligen Bevölkerung Englands, Zuschauer des legendären Matches zwischen Dennis Taylor und Steve Davis waren. Dieses Gentleman-Spiel findet heutzutage immer noch die größte Verbreitung in den britischen Inseln, doch auch im asiatischen Raum, besonders von China, ist ein großer Zuwachs zu sehen.

Welcome: Die Charaktergenerierun

Während des Introvideos von "World Snooker Championship 2007" wird nicht nur das Spielen schmackhaft gemacht, sondern auch viele Neuheiten dieser Version vorgestellt. Darunter ist eine ausführliche Charaktergenerierung, die im futuristisch aussehenden Hauptmenü zu finden ist. Hier kann man Größe und Breite des Spielers festlegen, sowie dessen Hautfarbe bzw. Abstammung und dann genauer im Gesichtsbereich alle möglichen Details wie Nasengröße, Augenfarbe, die Form des Bartes oder den Haarschnitt. Mit einer solch personifizierten Spielfigur widmet man sich dann dem Snooker-, 9-Ball- und 8-Ball-Turnieren. Spielt man die Snooker-Meisterschaft komplett durch, so wird noch ein Trickshot-Wettbewerb freigeschaltet. Wer Hilfe mit der Steuerung benötigt, findet im Tutorial-Bereich alle erforderlichen Informationen, so wie ausgiebige Übungsmöglichkeiten mit Erklärungen, Kritik und Vorschlägen, was auch Anfängern den Einstieg in das Spiel erleichtert. Zudem sind alle Regelwerke im Game abgelegt worden und ein Berater kann auch zu Hilfe gezogen werden.

Break: Das Snooker-Turnier

Wie zu erwarten, spielt man sich während eines Turniers durch Qualifikationen und danach durch richtige Matches hindurch. Die Länge eines jeden Matches kann man am Anfang jeden Turniers festlegen. Hier stehen kurze Matches mit nur einem Satz, mittlere Matches mit drei Sätzen oder welche mit realen Längen, die bis zu neun Sätze haben können. Dabei gibt jedes Spiel das Gefühl einer Live-Übertragung im Fernsehen her, das durch eine Vielzahl von Kameraperspektiven unterstützt wird. Gesichtsausdrücke vom Gegenspieler, sowie Applaus vom Publikum erhöhen den Realismus des Spiels. Zuletzt sind es die Bemerkungen der Moderatoren, mit den Stimmen von John Parrot, Steve Davis und John Virgo, die das Ganze abrunden und einen an den Billardtisch fesseln.

Ball potted: Die Steuerung

Gesteuert wird "World Snooker Championship 2007" auf der Xbox 360 mit dem rechten Joystick des Gamepads. Doch weil da die Steuerung zu grob ist, kann man durch Drücken der L2-Taste eine feinere Einstellung treffen. Beim Zielen gibt es für Anfänger noch eine Zielhilfe, die erstmal zeigt, in welche Richtung der getroffene Ball weiterrollt und in welche Richtung die weiße Kugel abprallen wird. Zuletzt wird ein größeres rundes Feld auf dem Tisch dunkler eingefärbt, der die wahrscheinliche Endposition des weißen Balles beschreibt. Hier werden aber Stöße mit anderen Kugeln nicht mitberechnet, sondern nur Abpraller an den Banden. Eine weitere Hilfe beim Zielen bekommt man durch Drücken der gelben Y-Taste. Hier wird dann die Vogelperspektive eingeblendet, die eine deutlich bessere Übersicht über das gesamte Feld gibt und so zu besseren Strategien verhilft.

Hat man fertig gezielt, sind noch weitere Einstellungen möglich. Zum einen kann man der weißen Kugel einen Spin geben, indem man nicht direkt auf die Mitte der weißen Kugel trifft, sondern leicht seitlich anschlägt, durch Drücken der roten B-Taste. Die Bewegung der Kugel ist aber dann nicht mehr vorhersehbar, also ist dies für Anfänger nur mit Vorsicht zu genießen. Einen weiteren Effekt kriegt man, wenn man weiter oben oder weiter unten, an der weißen Kugel anschlägt. In dem Fall rollt diese weiter oder hört schon früher auf. Erlauben die Regeln des jeweiligen Spiels ein Springen der Bälle, so kann man noch mit der blauen X-Taste den Winkel des Schlages bestimmen und dadurch Hindernisse einfach und leicht überspringen. Am Ende, nach Drücken der grünen A-Taste, kann man die Stärke des Schlages einstellen. Ein wiederholtes Betätigen dieser Taste führt schließlich den Schlag aus. Die Steuerung ist unkompliziert und nach dem Tutorial und ein paar Matches schnell beherrscht.

Die Steuerung des Spiels auf der PS2 ist ebenfalls sehr einfach. Die Richtung des Queues wird mittels des linken Joysticks auf dem Gamepad entsprechend eingestellt. Da hier die Justierung des Queues auch eher grob ist, kann man mithilfe der linken Cursortasten eine feinere Einstellung treffen. Leider ist dies bei sehr schwierigen Schüssen eigentlich auch noch zu grob. Mit der Quadrat-Taste kann man danach den Winkel bestimmen, mit dem man auf die weiße Kugel trifft und mit der Kreis-Taste kann man den Punkt bestimmen, auf dem man mit dem Queue schlägt. Mit der Dreieck-Taste kann man sich den Tisch, beziehungsweise die Schlagsituation von oben betrachten. Leider ist die Ansicht von so weit oben, dass man sich bei der PS2 keine detailliertere Schlagstrategie ausdenken kann.

Ähnlich wie in der PS2-Version wird auch in der PSP-Variante gespielt. Wegen des kleinen Bildschirms kommt es hier noch mehr auf die Feinjustierung des Queues durch Quadrat- und Kreis-Taste an. Des Weiteren sollte man von der Ego-Perspektive auf die Draufsicht wechseln, das spielt sich doch wesentlich einfacher. Außerdem kommt es vor, dass aus der Ich-Sicht nicht der ganze Tisch dargestellt wird und so die Platzierung der Kugel einfach dadurch erschwert wird, dass man nicht alle Kugeln auf der grünen Plane sehen kann. Zu guter Letzt sind das aber Marginalien in der PSP-Version. Insgesamt lässt sich das Spiel sehr gut steuern und auch die für Snooker benötigte Stoßpräzision lässt sich gut erzielen.

Safety shot: Die künstliche Intelligenz

Die Herausforderung von Snooker besteht nicht nur darin, immer einen Ball zu treffen und einzulochen, sondern auch in vielen Situationen den Gegner zum Schwitzen zu bringen, in dem man ihn vor schwierige Stellungsspiele stellt. Je weiter man im Turnier kommt, desto weniger Fehler macht der Gegner und umso besser sind seine Bälle positioniert. Sicherheitsschüsse, wie sie Steve Davis zu seiner Zeit perfekt beherrscht hat, sind das A und O des Spiels, womit man sogar den Gegner zu Fouls verpflichten kann. Die Physik des Spiels ist sehr realistisch programmiert worden, die Kugeln rollen nicht mehr, wie bei den Vorgängern, in Geraden, sondern können durchaus in Kurven gehen, besonders wenn man Spins einsetzt. Trifft man auf die bekannten Namen des Snookers, wie John Higgins, Ronnie O´Sullivan, Shaun Murphy, Ding Junhui, Steve Davis, Peter Ebdon oder Graeme Dott, wird jedes Match bei "World Snooker Championship 2007" zu einer echten Herausforderung, bei der man sich keine Fehler leisten darf. Spielt man aber gegen menschliche Kontrahenten an demselben Gerät oder über Xbox Live, so muss man sich an die Fähigkeiten des Mitspielers anpassen.

Foul: Grafik und Sound

Die Animationen der Charaktere sind mehr als gelungen und machen Spaß anzusehen. Das Publikum besteht ebenfalls aus 3D Figuren und, auch wenn es nur aus einer Handvoll Muster besteht, sind dessen Bewegungen flüssig eingebaut. Im Spiel werden bei besonders guten oder schlechten Zügen verschiedene Grimassen von den Spielern gezogen, die aber hier nicht allzu sehr überzeugen, sondern nur durchschnittlich sind. Bälle und Queue, sowie Tischoberflächen sehen mit ihren detaillierten Texturen perfekt aus. Lediglich die Farbauswahl des Spiels fällt erstmal negativ auf, hier muss man am Fernseher die Einstellungen so treffen, dass alles gut zu sehen ist. Die Farben erscheinen dennoch etwas fade. Auch auf der PS2 sind die Farben sehr blass und selbst auf einem großen Fernseher nur schwer zu erkennen. Wahrscheinlich liegt es daran, weil es eine weiße Schrift auf einem weißblau gestreiften Hintergrund ist.

Das Murmeln des Publikums ist etwas laut, dessen Lautstärke kann man aber im Spiel schnell leiser einstellen. Ganz ausstellen empfiehlt sich eigentlich nicht, da dieses zusammen mit dem Klackern der Bälle und den Kommentaren der Moderatoren die eigentliche Atmosphäre des Spiels ausmacht. Die künstliche Intelligenz der Moderatoren ist, wie bei den Vorgängern, phänomenal, diese erzählen mit unglaublicher Genauigkeit und ohne Stottern, welcher der nächste beste Zug ist. Braucht man mal etwas länger um den Schlag einzustellen, so erzählen sie etwas Historisches über das Spiel selbst, oder machen lustige kleine Witze. Sie nehmen sich selbst auch nicht ganz ernst und freuen sich zum Beispiel, dass es noch keine digitalen Moderatoren gibt. Ein schöner Aspekt ist auch der Wechsel der Kameraperspektiven während des Spieles, denn so kann man zwischendurch die Emotionen sehen, die bei einem Schlag des Kontrahenten entstehen, vor allem, wenn es ein gelungener Stoß war.

 

  

Fazit

"World Snooker Championship 2007" ist eine gut gelungene Umsetzung des Snookers. Mit einfacher Steuerung und einer genialen Atmosphäre durch die Stimmen des Publikums und die Kommentare der Moderatoren macht das Spiel Spaß auf mehr. Leicht genug in den ersten Qualifikationen und herausfordernd in den Finalen der Turniere empfiehlt sich dieses Spiel für Anfänger und Profis zugleich, die keine Snooker-Bars in der Nähe haben oder sich mit einem echten Queue in der Hand nicht sicher genug fühlen.

(01.02.2007)


Fazit

   "World Snooker Championship 2007" ist eine gut gelungene Umsetzung des Snookers. Mit einfacher Steuerung und einer genialen Atmosphäre durch die Stimmen des Publikums und die Kommentare der Moderatoren macht das Spiel Spaß auf mehr. Leicht genug in den ersten Qualifikationen und herausfordernd in den Finalen der Turniere empfiehlt sich dieses Spiel für Anfänger und Profis zugleich, die keine Snooker-Bars in der Nähe haben oder sich mit einem echten Queue in der Hand nicht sicher genug fühlen. (01.02.2007)


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