Baphomets Fluch The Director's Cut

Baphomets Fluch The Director's Cut (NDS)

(Ubisoft)

geschrieben von Daniela Salten

 

 
Entwickler: Revolution Games
Publisher: Ubisoft
Genre: Point & Click-Adventure
Releasedate: Bereits erhältlich
Homepage: Baphomets Fluch The Director's Cut
Preis: 39,99 €
Altersfreigabe: Freigegeben ab zwölf Jahren gemäß §14 JuSchG

Lange ist es her, dass "Baphomets Fluch" das Licht der Welt erblickte. 1996 kam das Spiel zum ersten Mal für den PC heraus und seitdem wurden drei weitere Teile veröffentlicht. Jetzt ist der erste Teil von "Baphomets Fluch" als Director's Cut für den Nintendo DS erschienen. Die Messlatte hängt aufgrund des Erfolgs der Serie also sehr hoch. Die Frage ist, wie das Spielkonzept auf den Nintendo DS übertragen wurde und welche Veränderungen das mit sich gebracht hat.

Die Story

Hauptpersonen sind die Journalistin Nico Collard und George Stobbart, ein amerikanischer Tourist in Paris, der durch Zufall in mysteriöse Geschehnisse hineingezogen wird. Die Geschichte von "Baphomets Fluch The Director's Cut" setzt etwas früher ein als im Originalspiel. Nico soll den Medien-Mogul Pierre Carchon interviewen. Gerade als sie beginnen will, dringt ein als Pantomime verkleideter Mann in das Zimmer ein und erschießt Carchon. Einige Zeit später töten stumme Clowns mit einer Bombe einen Mann, der Nico einige wichtige Informationen zukommen lassen wollte. Augenzeuge der Explosion ist George, der sich sofort entschließt, Nico bei der Suche nach dem Mörder zu helfen und die Hintergründe dieser Attentate aufzuklären. Steht zu Beginn Nico im Vordergrund des Spiels, wird von hier an mehr und mehr George zur Hauptfigur in dem mysteriösen Ringen zweier Geheimgesellschaften um eine mittelalterliche Schriftrolle und seltsame Artefakte. Im Laufe der Handlung treten viele Personen auf, die den beiden wertvolle Informationen zukommen lassen, zudem verlagert sie sich von Paris aus nach Irland, Spanien, Syrien und Schottland. So entsteht eine thematisch sehr vielfältige Geschichte, die durch die vielen unterschiedlichen Charaktere und Schauplätze sehr komplex wirkt, aber dennoch immer verständlich bleibt und den Spieler von Beginn an fasziniert. Gut ist auch, dass man auch nach längerer Spielunterbrechung immer wieder in die Story findet. Die wesentlichen Stationen des Spiels werden in Tagebuchform protokolliert, man kann also immer wieder nachlesen, was bis zu der Stelle passiert ist, wo man aufgehört hat.

Das Gameplay

"Baphomets Fluch The Director's Cut" ist ein klassisches Point & Click-Adventure. Die Spielsteuerung ist demnach auch voll auf die Benutzung des Touchpens ausgelegt. Führt man ihn über den unteren Bildschirm, werden bei interessanten Objekten und Personen, mit denen man sich unterhalten kann, Kreise sichtbar. Berührt man diese Kreise, können unterschiedliche Symbole erscheinen, die auf die möglichen Aktionen hindeuten, die man mit den entsprechenden Dingen und Menschen anstellen kann. Bei Personen erscheint in der Regel ein Mund, der darauf hindeutet, dass man sich mit ihnen unterhalten und möglicherweise wichtige Informationen bekommen kann. Im Konversationsbildschirm werden in der oberen Hälfte die Personen eingeblendet, über die man sich mit dem Angesprochenen unterhalten kann, in der unteren Hälfte sind die Objekte dargestellt, die man bis dahin im Laufe des Spiels zusammen gesammelt hat. Auch darüber kann man sprechen, die Gegenstände werden durchsichtig, sobald die Gespräche darüber erschöpft sind. Leider ist es zum Teil etwas langwierig, über jeden Gegenstand mit der angesprochenen Person zu reden, obwohl sie uns nichts dazu sagen kann. Dennoch sind die Dialoge sehr lesenswert, da sie sehr flüssig geschrieben sind und viel hintergründigen Witz enthalten. Objekte werden entweder mit einem Auge, einer Lupe, Zahnrädern oder einer Hand gekennzeichnet. Das Auge beschreibt Gegenstand oder Person, die Lupe deutet darauf hin, dass man sich das Objekt einmal näher ansehen sollte. Die Zahnräder machen klar, dass man mit diesem Gegenstand etwas tun muss. Möglicherweise muss man dafür auch einen der Gegenstände einsetzen, die man im Laufe des Spiels sammelt. Die Hand bedeutet, dass man den Gegenstand an sich nehmen kann, um ihn an späterer Stelle wieder zu verwenden. Die Kreise und Symbole sind deutlich zu sehen und können ohne Probleme mit dem Touchpen angewählt werden. Auch die Bewegung der Spielfigur ist einfach zu handhaben, indem man auf den Punkt tippt, zu dem George oder Nico gehen sollen.

In das Spiel eingebaut sind auch einige Rätsel. Sie erscheinen einerseits in der Form eines Schiebe-Puzzles oder so, dass man ein zerrissenes Foto zusammensetzen muss, andererseits auch in der Form, dass man eine Tür nur dann öffnen kann, wenn man gewisse Dinge eingesammelt und bestimmte Aktionen unternommen hat. Insgesamt stellt sich das Spiel so sehr abwechslungsreich dar. Aber auch wenn man einmal nicht mehr weiter weiß, stellt das kein Problem dar. In der rechten oberen Ecke gibt es ein Fragezeichen. Berührt man es mit dem Touchpen, kann man sich einen Tipp geben lassen, was als nächstes zu tun ist. Da der erste Hinweis oftmals etwas kryptisch ist, ist es möglich, sich nach kurzer Zeit einen zweiten oder dritten Tipp geben zu lassen. Das Spiel zählt zwar mit, wie oft man sich einen Ratschlag abholt, da es aber keine Schlussbewertung gibt, hat das keine Konsequenzen. Die Option ist jedoch über die Einstellungen abschaltbar.

Sound und Grafik

Der Sound ist insgesamt sehr abwechslungsreich gestaltet. Neben atmosphärisch passender Musik sind in vielen Szenen auch nur die Umgebungsgeräusche, wie etwa Vogelgezwitscher, zu hören. Dabei passt der Sound immer zu der Szene, die er untermalt. Eine Sprachausgabe fehlt bedauerlicherweise. Auch ist der Sound oft zu leise, man muss schon sein Ohr zum Teil direkt neben den Lautsprecher halten, um etwas zu verstehen.

Die Grafik hält sich im Großen und Ganzen an ihr ursprüngliches Vorbild. Alles ist in der Form eines Comics dargestellt, wobei die Zwischensequenzen und Hintergründe dreidimensional ausgestaltet wurden. Sie sind alle sehr detailreich und liebevoll gestaltet. Immer wieder gibt es auf ihnen Neues zu entdecken. Die Figuren heben sich leider etwas vom Hintergrund ab, da bei ihnen die ursprüngliche zweidimensionale Darstellung beibehalten wurde. Bei Dialogen erscheinen im oberen Bildschirm die miteinander sprechenden Personen als Gesichtsanimationen. Ihre Mimik entspricht dabei der Emotion, die sie repräsentieren sollen. Im unteren Bildschirm gilt das Gleiche für die Haltung der Figuren. Insgesamt stellt die Grafik eine Mischung aus drei- und zweidimensionalen Elementen dar, die aber insgesamt recht gut harmoniert.

Fazit

"Baphomets Fluch The Director's Cut" ist ein bekanntes und klassisches Adventure, das jetzt auch seinen Weg auf den Nintendo DS gefunden hat. Die Story hat dabei über die Jahre nichts an Spannung und Faszination verloren, zumal sie jetzt um ein paar weitere Elemente bereichert wurde. Von der Steuerung her lassen sich ebenfalls keine gravierenden Kritikpunkte finden. Sie ist flüssig und gut zu handhaben. Die Grafik bietet einen interessanten und insgesamt recht ordentlichen Mix aus zwei- und dreidimensionalen Elementen. Nur der Sound, der zwar von der Gestaltung her gut gelungen jedoch zu leise ist, bildet einen Kritikpunkt. Insgesamt ist "Baphomets Fluch" jedoch ein Spiel, das für das Adventure-Genre auf dieser Plattform wegweisend ist.

(21.04.2009)

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