Ski Resort Extreme

Ski Resort Extreme

(Frogster Interactive)

geschrieben von Daniel Lander

 

Spiele wie Theme Park oder Rollercoaster Tycoon gelten als Meilensteine im Genre der Aufbauwirtschaftssimulationen. Während Freizeitparks schon zur Genüge abgehandelt wurden und sogar Krankenhäuser und Weltraumstationen ihre eigenen Spiele bekamen, fristen die Aufbauspiele von Skiparks und Winterlandschaften immer noch ein Schattendasein. Ski Resort Extreme will jetzt in diese Marktnische springen und wir haben für Sie untersucht, wie gut das gelungen ist.

Gameplay

Das Ziel des Spiels ist relativ einfach, es gilt, möglichst viel Geld anzuhäufen. Dabei kann man wählen, ob man eine der in drei Schwierigkeitsstufen aufgeteilten Missionen spielen will, deren Ziele zum Beispiel "Erwirtschaften Sie in X Tagen Y Geld" oder "Steigern Sie die Zufriedenheit der Kunden auf X%" lauten. Die Alternative ist der oft sehr beliebte Endlos-Modus, bei dem man ohne Zeitdruck das Wintersportparadies seiner Träume erstellen kann. Zusätzlich bietet das Spiel ein kurzes Tutorial, das allerdings nicht interaktiv ist, so dass man quasi doch auf sich allein gestellt ist. Außerdem gibt es noch einen Karteneditor, mit dem man sich eigene Winterwunderländer selbst erstellen kann.

Wer schon einmal solche Games gespielt hat, fühlt sich auch bei Ski Resort Extreme gleich wohl. Am unteren Bildschirmrand sind in einem kleinen Display der aktuelle Tag, die Uhrzeit, der Geldbestand und die Anzahl der Besucher, die momentan im Park ihr Unwesen treiben, aufgelistet. Rechts davon bietet eine kleine Minimap eine grobe Übersicht über das Gelände und auf der linken Seite findet der Spieler die Bedienelemente für die frei dreh- und zoombare Kamera und für die in vier Stufen regelbare Spielgeschwindigkeit. Ebenfalls in der Mitte erscheinen Meldungen in einem kleinen Fenster, in dem kurz beschrieben wird, was gerade passiert ist. Links oben am Bildschirm sind dann schließlich noch drei Buttons, die das Spielmenü, die Statistiken und - das Wichtigste - das Baumenü öffnen lassen. In letzterem findet man von einfachen Gebäuden wie einem Skiverleih, Toiletten oder kleinen Hütten, in denen die Gäste übernachten können, auch fortschrittlichere Gebäude wie verschieden schwere Skikurse, Kinos und Hotels. Selbstverständlich findet man dort auch die verschiedenen Lifte und vier verschiedene Abfahrten, deren Einteilung jeder, der schon einmal selbst Ski oder Snowboard an seine Füße geschnallt hat, kennt. Blaue, grüne, rote und schwarze Pisten zeigen den Besuchern an, wie steil die Piste ist, vor der sie sich befinden.

Denn nicht jeder Besucher des Skiparks ist gleich dem nächsten. Die Palette reicht von "einfach zu befriedigen" bis zu "will nur das beste". Und natürlich auch von "arm wie eine Kirchenmaus" bis zu "Lottogewinner". Jeder einzelne Besucher hat also eine eigene Persönlichkeit und eigene Bedürfnisse, die der Parkbesitzer so schnell wie möglich befriedigen sollte, um den Ski- und Snowboardfahrern das Geld noch schneller aus der Tasche zu ziehen. Dabei stößt man ab und zu auf kleinere Probleme. So sind oft geforderte Gebäude wie beispielsweise der Snowboard-Kurs erst relativ spät verfügbar. Knackpunkte sind oft Kraftwerke und Hausmeister. Erstere versorgen alle übrigen Gebäude mit dem benötigten Strom, ohne den die Gebäude nicht funktionieren, Letztere reparieren durch Gebrauch beschädigte Gebäude und Einrichtungen, wobei man aufpassen muss, dass es von den Hausmeistergebäuden verschiedene Versionen gibt. Die kleinere, billigere Ausführung kann nur einfache Gebäude reparieren, während die große, teure auch die aufwendigeren Einrichtungen in gutem Zustand hält.

Wenn man sich für eines der vielen Gebäude entschieden hat, kann man dieses durch einen simplen Tastendruck drehen, damit der Park auch optisch ansprechend wird, was aber scheinbar keinen Einfluss auf die Zufriedenheit der Besucher hat. Die Lifte und Pisten bilden beim Bauen allerdings eine Ausnahme: Bei beiden wird jeweils erst ein Startpunkt festgelegt und dann durch Ziehen der Maus die Route vorgegeben. Dabei muss man aufpassen, dass manche Lifts nur bei bestimmten Steigungen des Geländes funktionieren und auch die Pisten müssen auf passendem Untergrund eingerichtet werden. Ist das nicht der Fall, warnt das Spiel den Benutzer und er kann versuchen, eine andere Route zu benutzen. Eine weitere Besonderheit bilden die Schneekanonen. Je mehr Besucher über die Pisten fahren, umso weniger Schnee liegt auf selbigen. Und auf Gras wollen die zahlenden Gäste logischerweise nicht fahren. Also stellt man in regelmäßigen Abständen Schneekanonen neben die Piste, die automatisch das vor ihnen liegende Gebiet mit Pulverschnee beschießen. Leider muss der Spieler den Kanonen oft manuell das Kommando zum Losfeuern geben. Eine automatische Funktion wäre da hilfreich gewesen.

Ist dann ein Tag vorbei und die Besucher strömen dem Ausgang entgegen, erscheint ein Bildschirm, auf dem der Spieler sein hart erarbeitetes Geld in Werbekampagnen für den nächsten Tag stecken kann. Dabei sieht er auch, wie beliebt der Park bei den verschiedenen Besuchergruppen ist, um so entweder mehr von den Gruppen anzulocken, die den Park jetzt schon toll finden oder um den Gruppen, die noch nicht so begeistert sind, den Park schmackhafter zu machen. Außerdem kann man hier einstellen, dass der Park auch in der Nacht beziehungsweise am Abend offen ist, was einerseits mehr Einnahmen, andererseits aber sowohl höhere Ausgaben durch Lampen als auch höhere Verletzungsgefahr der Besucher bedeutet. Allerdings machen die höheren Einnahmen die Risiken meistens wett. Höhere Einnahmen kann man natürlich auch dadurch erwirtschaften, dass man den Park und die einzelnen Einrichtungen teurer macht. Außer den Gebäuden, die für den Betrieb des Parks notwendig sind, also zum Beispiel Kraftwerke und Hausmeistereien, hat jedes Gebäude einen kleinen Preisregler, über den man einstellen kann, wie teuer es ist, die Ski in diesem Verleih auszuleihen oder wie preiswert eine Übernachtung in dem Hotel ist. Dabei muss man aber wieder das Niveau der Besucher beachten. Falls der Park nur von einfachen Mallorca-Ballermann-Touristen besucht wird, kann man nicht die gleichen Preise verlangen wie bei einem Skigebiet für Adlige und solche, die es werden wollen.

Insgesamt hört sich das alles nicht schlecht an. Aber nach ein paar Spielchen hat man den Dreh raus und der Park baut sich quasi von alleine. Man weiß, welches Gebäude man zuerst bauen sollte, wie teuer die Preise bei dieser oder jener Kundschaft sein müssen oder können. Einziger Unterschied ist meistens das Design der Landschaft, wodurch man schauen muss, wie viel Platz überhaupt zur Verfügung steht. Auch die Bedürfnisse der Besucher sind oft nicht so ausschlaggebend, dass man wegen schlecht gelaunter Gäste keine oder weniger Einnahmen hätte.

Grafik

Begrüßt den Spieler im Menü noch eine sehr niedrige Auflösung, ändert sich das im Spiel selbst sofort. Eine komplett dreh-, schwenk- und zoombare Kamera bietet (fast) immer einen optimalen Blick auf das Geschehen. Nur die niedrigste Zoomstufe hätte ein wenig weiter sein können. So hat man fast nie das gesamte Areal im Blick. Die Besucher des Parks sind einerseits etwas polygonarm, andererseits aber auch sehr liebevoll animiert. So kann man, wenn der Rubel einmal rollt, auch gut dem Treiben auf den Pisten zuschauen und die kleinen Männchen beobachten. Vor allem nachts sieht das Skigebiet durch die vielen Lampen an den Gebäuden sehr schön aus. Insgesamt fehlt allerdings nach einiger Zeit auch die Abwechslung.

Sound

Viel aus den Lautsprechern tönt während dem Spielen nicht. Eine Hintergrundmusik, die zu der Sorte gehört, die man nach einigem Spielen getrost ausschalten kann, ab und zu ein paar Geräusche der Besucher bei den Abfahrten und verschiedene Samples, die ertönen, sobald man ein Gebäude anklickt, sind schon alles. Abgesehen von der Musik, die wirklich nervig wird nach einiger Zeit, sind die Sounds allerdings von ordentlicher Qualität. Es hätte halt nur etwas mehr sein dürfen.

Entwickler: Cat Daddy Games
Publisher: Frogster Interactive Pictures
Genre: Aufbaustrategie
Releasedate: Bereits erhältlich
Homepage: Ski Resort Extreme
Preis der Vollversion: 19,99 €
Altersfreigabe: Freigegeben ab 6 Jahren gemäß §14 JuSchG

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Fazit

   Ski Resort Extreme ist ein gutes Aufbauspiel. Ein leichtes und nicht lange fesselndes, aber ein gutes. Schade, dass sich jede Mission irgendwie gleich spielt. Da kann dann auch der Karteneditor nicht mehr viel retten. Traurig ist auch, dass trotz größerer Pappverpackung nur eine CD im Lieferumfang enthalten ist. Nach einem gedruckten Handbuch oder wenigstens einem Schnelleinstieg sucht man vergebens, da es nur als PDF-Datei auf dem Datenträger zu finden ist. Positiv zu bemerken ist, dass es während dem gesamten Test zu keinem einzigen Absturz kam und auch Bugs das Spielvergnügen nicht trübten. In der momentanen Zeit ist das leider nicht mehr selbstverständlich. Insgesamt kann Ski Resort Extreme für ein paar kurze Spielchen zwischendurch oder für Anfänger des Genres, die langsam einsteigen wollen, überzeugen. Fortgeschrittenere Spieler sollten nach komplexeren Titeln Ausschau halten. (17.11.2005)


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