Championsheep Rally

Championsheep Rally

(Frogster Interactive)

geschrieben von Bernd Wolffgramm

Grundlage für diese Preview: Presseversion vom 03.04.2006

 

Herdenauftrieb

Eigentlich sind Fun-Racer ja immer gleich: Da sitzen irgendwelche Männlein und Weiblein mit riesigen Köpfen in ziemlich kleinen Autos und heizen um den Kurs. Um sich einen Vorteil zu verschaffen, werden die Rennkisten mit Waffen ausgestattet, mit denen man dann auf den Konkurrenten ballern kann. Dazu verpasst man dem Spiel eine einfache Steuerung und eine nachsichtige Kollisionsabfrage, verzichtet auf alles, was wie eine realitätsnahe Simulation aussehen könnte und fertig ist der Party-Renner. Alles das zeichnet auch "Championsheep Rally" aus, aber trotzdem ist das Spiel ganz anders als bekannte Fun-Racer wie etwa "Mario-Kart". In diesem Spiel bewegt man nämlich keine Autos über den Kurs, sondern - wie der Name schon verrät - Schafe.

Määäh

Zu Beginn des Spiels muss sich der ambitionierte Rennstallbetreiber - in diesem Fall darf man den Wortteil "Stall" ruhig wörtlich nehmen - für ein Schaf seines Vertrauens entscheiden. Die Tiere, die ihm zur Verfügung stehen, unterscheiden sich ihn ihren "Fahreigenschaften", ganz genau wie Autos in anderen Fun-Racern auch. Da gibt es schnelle, wendige Schafe, die aber schwieriger zu manövrieren sind und eher behäbigere Teilnehmer, die dafür dann aber spursicherer sind. Wobei "behäbig" aber nicht das richtige Wort ist, denn eigentlich sind alle möglichen Schafe ziemlich "auf Zack". Da sich aber die verschiedenen Streckenprofile doch wohltuend von einander unterscheiden, sind einige Tiere besser für Tracks geeignet, bei denen es vor allem auf Geschwindigkeit ankommt und andere sollten dann ausgewählt werden, wenn Geschicklichkeit gefragt ist. Es stehen aber nicht alle Renn-Tiere sofort zur Verfügung, je nach Rennverlauf und Erfolg werden insgesamt elf Paarhufer freigeschaltet, die dann über verbesserte "Fahreigenschaften" verfügen. Allerdings ist man mit dem bereits zu Beginn verfügbaren Universalrennschaf mit dem tollen Namen Godefroy für die ersten Levels recht gut gerüstet.

Hat der Hahn, der als Starter fungiert, das Startsignal gegeben, stürzen die computergesteuerten Schafe los und der Bock des Spielers hinterher. In den ersten Levels ist der Weg gut zu finden, es gibt kaum Möglichkeiten, sich zu verfahren oder aber Alternativstreckenteile. Es gibt keine Strecken-Checkpoints, die man unbedingt absolvieren muss und auch in den späteren Levels, in denen es die Möglichkeit gibt, zwischen mehreren Streckenabschnitten zu wählen, muss man zwangsweise nur über die Ziellinie fahren. Zwischen Start und Ziel liegt auf jedem Track eine abwechslungsreiche Strecke, auf der die Kontrahenten um Positionen kämpfen. Nun wäre dieses Spiel kein Fun-Racer, wenn dieser Kampf um Plätze nicht durch Powerups und Sheep-Moves aufgelockert werden würde. Hat sich ein Schaf an einen Konkurrenten herangepirscht, dann kann es diesen überholen, indem es ihm gezielt auf den Kopf springt und ihn so für Sekunden in den Staub wirft. Dazu muss aber nicht großartig gezielt werden, dass wäre bei dieser rasenden Fahrt auch etwas zu viel verlangt. Das Spiel aktiviert die Möglichkeit des Kopfsprungs automatisch und sobald man nahe genug an ein anderes Schaf herangelaufen ist, zeigt ein Fadenkreuz an, dass man zum Sprung ansetzen kann. Allerdings hat nicht nur der Spieler diese Option, sondern auch die CPU-Schafe, die von dieser Möglichkeit auch reichlich Gebrauch machen. Natürlich dürfen neben diese Moves auch die schon erwähnten Powerups nicht fehlen, derer gibt es in der Testversion drei. Der Spieler kann mit seinem Tier Symbole aufnehmen, die ihm dann entweder mehr Speed oder Schutz vor Kopfsprüngen der Gegner verschaffen. Auch eine "Bordkanone" darf natürlich nicht fehlen. Hinter einem der Symbole verbirgt sich eine Hühnerkanone, die auf die Kontrahenten abgefeuert werden kann und die - ähnlich, wie der Kopfsprung - immer trifft, sobald sich ein Feind im Fadenkreuz befindet. Aber auch hier ist das Spiel etwas anders als die meisten seiner Konkurrenten, auch die CPU-Schafe verwenden diese Powerups häufig.

Neben dem Erreichen des Ziels und einer Ankunft als Erster sollte der Spieler sich auch noch die Mühe machen, möglichst viele der herumliegenden Münzen aufzusammeln. Hat das handgesteuerte Schaf ein Rennen gewonnen, dann wird errechnet, wie viele der Coins gefunden wurden und so ermittelt, welche weiteren Extras (neudeutsch: Unlockables) freigeschaltet werden. Dies sind zum Beispiel weitere Renn-Schafe, die dann für spätere Rennen eingesetzt werden können oder aber Concept-Arts; hinter diesem tollen Wort verbergen sich Bilder mit Studien der verwendeten Schafe, die dann im Menü betrachtet werden können.

Der Zweite ist der erste Verlierer

In der Vollversion wird es vier verschiedene Modi geben, in der vorliegenden Testversion sind erst zwei freigeschaltet. Das allseits bekannte Quickrace erlaubt es dem Spieler, einzelne Rennen auszusuchen und zu fahren, ohne dass diese Einfluss auf seine Karriere haben. Dies ist also eher so etwas wie ein Trainingsmodus, allerdings müssen auch hier die spielbaren Tracks erst durch Siege freigeschaltet werden. Der zweite verfügbare Renntyp heisst Transhumance, was übersetzt etwa Almauftrieb bedeutet und den Karriere-Modus darstellt, in dem die weiteren Tracks und Schafe freigespielt werden können. Außerdem werden hier auch Rennen unter verschärften Bedingungen gefahren, so wird ab und zu mal ein Race eingestreut, in dem jeweils das Schaf, das nach einer absolvierten Runde auf dem letzten Platz liegt, vom bösen Wolf gefressen wird, es gilt also, mindestens immer Vorletzter zu sein. In allen Spielen ist es so, dass man ein Rennen unbedingt gewinnen muss, um sich weiter "hochzuleveln". So hilft es nichts, wenn man dem bösen Wolf entkommen ist und die meisten anderen Renn-Tiere hinter sich gelassen hat, auch wenn man als Zweiter die Ziellinie überfahren hat, bekommt man knallhart eingeblendet: "You just lost the Race". Des Weiteren wird es zwei Modi mit den Namen Championsheep und Flock geben, die aber bis jetzt noch nicht spielbar sind. Mindestens einer davon wird ein Multiplayer-Spiel sein, das es erlaubt, dass sich vier Spieler gleichzeitig im Splitscreen-Verfahren miteinander messen können. Die Modi, die spielbar sind, sind alle sehr freundlich zum Rennstallbetreiber, auch wenn man ab und zu mal von einem heranstürmenden Bullen über den Haufen gerannt wird, einen mitten auf dem Track stehen Kaktus übersehen hat oder von einer miesen Krabbe in den Allerwertesten gezwickt wird, so muss man nicht verzweifeln, weil auch die CPU-gesteuerten Rennboliden Fehler machen. Sollte man also einmal von der Strecke abkommen oder von einem Gegner in den Boden gerammt werden, so ist damit das Rennen nicht gleich gelaufen und Frust kommt so gar nicht erst auf.

Tierische Technik

"Championsheep Rally" spielt sich wie alle Fun-Racer am besten mit einem (Xbox-kompatiblen) Gamepad, aber auch, wenn es mit der Tastatur zockt, wird man sich keine Knoten in die Finger spielen. Das ganze Game lässt sich eigentlich mit vier Tasten steuern. Es ist sehr freundlich bei Fahrfehlern, d.h., nur weil man mal an der Bande entlang schlittert oder weil man eine Kurve nicht bekommen hat, dann verzeiht das Spiel dies, übertragen auf das Schaf kann man sagen, dass es sehr robust ist. In der Testversion gab es einige kleine Texturfehler, die aber in der Vollversion behoben sein sollen. Über die Grafik insgesamt kann man nicht Schlechtes sagen, alle Levels wurden passend animiert, wobei natürlich bei einem Spiel dieses Genres auch keine Wunderdinge erwartet werden dürfen. Ebenso wie die Hintergrundmusik und die Geräusche der teilnehmenden Tiere passt auch die Grafik zum Spiel. Die Hauptakteure des Games, die Schafe, sind alle putzig dargestellt und die Designer haben viel Mühe darauf investiert, das Outfit der Tiere passend zu Eigenschaften zu gestalten, die das Spiel ihnen zuschreibt.

Herdenabtrieb

Die Previewversion von "Championsheep Rally" macht Lust auf mehr. Selten nur gelingt es Spielemachern, ein Spiel zu erschaffen, dass die ganze Familie cool finden wird. Das Game verzichtet weitestgehend auf Gewalt, die Rempler, die sich die Schafe gegenseitig verpassen, wirken niedlich und hinterlassen keinen bedrohlichen Eindruck. Trotzdem ist es niemals langweilig und vor allem deswegen, weil die computergesteuerten Tiere sich aktiv am Renngeschehen beteiligen und nicht nur passiv "mitfahren". Es passiert andauernd etwas. Außerdem sind die Systemanforderungen minimal, so dass auch Spieler mit älteren "Kisten" bedenkenlos zugreifen können.

(03.04.2006)

Entwickler: Black Sheep Studio
Publisher: Frogster Interactive
Genre: Fun-Racer
Releasedate: Ende Mai 2006
Homepage: Championsheep Rally
Preis: 19,99€
Altersfreigabe: freigegeben ab 16 Jahren gemäß § 14 JuSchG (beantragt)

Kommentare:
Der Kommentar wurde gespeichert!
The Captcha element applies the Captcha validation, which uses reCaptcha's anti-bot service to reduce spam submissions.

Championsheep Rally
Championsheep Rally
Championsheep Rally
Championsheep Rally
Championsheep Rally
Championsheep Rally
Championsheep Rally
Championsheep Rally
Championsheep Rally
Championsheep Rally
Championsheep Rally
Championsheep Rally
Championsheep Rally
Championsheep Rally
Championsheep Rally
Championsheep Rally
Championsheep Rally
Championsheep Rally
Championsheep Rally
Championsheep Rally
Championsheep Rally
Championsheep Rally
Championsheep Rally
Championsheep Rally