Incredible Challenge

Incredible Challenge

(dtp)

Geschrieben von Alexander Kales

 

Monster Ed ist ein furchtbar faules Vieh. Bewegen? Kommt für das lila Wesen mit der blauen Wuschelmähne nicht in Frage. Aber gut, dass Sie da sind und Ed ganz brav von Ort zu Ort bringen. Das klingt leichter als es ist. Denn damit das Monster ans Ziel kommt, müssen Sie in Incredible Challenge rund 50 Puzzleaufgaben lösen. Der Schwierigkeitsgrad reicht dabei von kinderleicht bis richtig schwer. Am Spielprinzip hat sich im Vergleich zum Vorbild Incredible Machine nichts verändert – gut so!

Story: Ganz wie’s früher war

Wie schon in den 90ern lösen Sie auch im 21. Jahrhundert die kniffligen Rätsel wieder mit den Möglichkeiten der Physik. Um Monster Ed ans Ziel zu bugsieren, ebnen Sie ihm mit Basketbällen, Dynamitstangen, Laufbändern und Trampolinen den Weg. Clevere Ideen und unermüdliches Probieren führen dabei zum Erfolg. Eine Lupe, eine Taschenlampe und eine Kanone –durch geschicktes Kombinieren der Bausteine lässt sich des Rätsels Lösung finden. Die Elemente verhalten sich dabei physikalisch korrekt: je höher die Fallstrecke der Bowlingkugel zum Beispiel, desto größer ihre Gewichtskraft. Aber keine Angst: Ein Physikdiplom brauchen Sie nicht, um Incredible Challenge zu meistern. Das Tutorial – im Programm Training genannt – führt Sie behutsam und Schritt für Schritt in die Spielmechanik ein. Haben Sie den Einstieg geschafft, geht’s an die mitgelieferten Puzzles. Sind die keine Herausforderung mehr (und das dauert bestimmt seine Zeit), bauen Sie mit dem integrierten Editor eigene Rätsel. Das macht noch viel, viel mehr Spaß als das Lösen der vorgegebenen Puzzles.

Bedienung: Da sehen Sie Sterne

Incredible Machine punktet bei der Bedienung. Klicken Sie auf ein Objekt, werden Ihnen alle Dreh- und Wendemöglichkeiten angezeigt. Bei zusammengehörigen Bausteinen – etwa Kerze und Brennglas – blendet das Programm automatisch Hilfslinien ein, das erspart einem unnötige Fummelarbeit des Typs „Sind Docht und gebündelte Strahlen wirklich auf einer Höhe?“ Übrigens gibt sich das Spiel insgesamt extrem einsteigerfreundlich. Das fängt bei den Menüs an, setzt sich im betont niedlichen Optionsmenü – wo ein Mäuschen und Kanönchen die Lautstärke regeln – fort und hört im eigentlichen Spiel auf: Damit Sie bewegliche Elemente schneller erkennen, können Sie diese von Sternen umrahmen lassen. Das sieht nicht sonderlich gut aus, ist aber hilfreich. Die Objekte an sich platzieren, bewegen, vergrößern, verbiegen und verkleinern Sie ganz bequem per Drag-and-Drop.

Grafik: Zoom mich, dreh mich

Die Knobelaufgaben sind – Premiere im Maschinenbau-Genre – komplett dreidimensional. Mit dem Mausrad zoomen Sie Monster Ed und die Bauteile stufenlos heran, mit den Pfeiltasten drehen Sie sich frei um die Maschine. Der Umzug in die dritte Dimension ist gut gelungen – auch wenn er spielerisch völlig unnötig ist. Nicht von Erfolg gekrönt ist hingegen die Arbeit der Designer: Die Grafik ist hoffnungslos veraltet, die Aufmachung erinnert an eine 90er-Jahre-Lernsoftware. Incredible Challenge ist zu bunt, zu überladen, zu kindlich. Einigermaßen ansehnlich ist Incredible Challenge nur im Fenstermodus. Als Vollbildspiel wird es arg pixelig. Ebenfalls schade: Der Sound spielt qualitativ in einer Liga mit der Grafik und kommt über uninspiriertes Gedudel leider nicht hinaus.

Incredible Challenge macht richtig viel Spaß – und sogar ein bisschen süchtig. Aber was soll diese klebrig-süße Aufmachung? Ein paar Farben weniger hätten dem Knobelspiel gut getan. Und wozu Monster Ed? Das Vieh ist so überflüssig wie ein Tretbootverleih in der Sahara. Beim Vorgänger, dem ehrwürdigen Incredible Machine, haben Sie einfach so Generatoren aktiviert, Kanonen gezündet und Basketbälle auf Trampoline geschleudert. Laune gemacht hat’s damals trotzdem. Mit dem guten Ed eine Story zu basteln, wo eigentlich keine ist, wirkt sehr gezwungen. Trotzdem ist Incredible Challenge eine gute Wahl für alle Rätselfreunde, denen es mehr auf die inneren Werte eines Spiels ankommt als aufs Aussehen. Außerdem sind 9,99 Euro keine Investition, die den Spier finanziell ruinieren wird.

(29.03.2005)

 

Entwickler: fun box
Publisher: dtp
Genre: Knobelspiel
Releasedate: 11. März 2005
Preis: 9,99 €
Altersfreigabe:  Freigegeben ab 6 Jahren gemäß §14 JuSchG

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