War World (Preview)

War World (Preview)

(Frogster Interactive)

geschrieben von Hans Thiel

Grundlage für dieses Preview: Presse-Preview-Version vom Dezember 2005

 

 

Was tun, wenn mal wieder nur Blödsinn in der Glotze läuft? Wenn irgendwie Zeit totzuschlagen ist, die für ein tiefgehendes Spielerlebnis aber ohnehin nicht reicht? Dann bietet sich der Griff zum Arcade-Shooter an. Simple Steuerung und rudimentäre Story versprechen schnellen Einstieg ins Spiel und sofortigen Spielspaß, ohne lange um den heißen Brei herumzureden.

War World ist solch ein Spiel. Die Story ist schnell erzählt: Eine Welt voller Konflikte, eine Kriegswelt eben, in der sich in verschiedenen Arealen riesige Mechs gegenseitig die Panzerung durchlöchern. So steht es zumindest auf der Packung. Im Spiel ist davon - zumindest in der vorliegenden Preview-Version - nichts zu hören. Zwei Logos der Hersteller, schon ist das Spiel startklar ohne sich lange mit erklärendem Intro oder ähnlichen Nebensächlichkeiten aufzuhalten. Dem Spieler bleibt nun bloß noch die Wahl ob Einzel- oder Mehrspieler, dann kann es auch schon losgehen.

Im Einzelspielermodus stehen ein Arcade-Modus, in dem 100 Level zu absolvieren sind, Deathmatch, Team-Deathmatch und Custom-Game zur Verfügung. Im Arcade-Modus steht zu Anfang nur sehr wenig Geld zur Verfügung um den Mech den eigenen Bedürfnissen anzupassen, dies bessert sich aber von Runde zu Runde. Spätestens ab Level 40 kommt so genügend Geld zusammen, um den Mech mit dem Feinsten vom Feinsten auszustaffieren. In den anderen Modi steht schon zu Beginn ein ziemlich großer Batzen Geld zur Verfügung, ohne dass der Spieler irgendetwas dafür tun müsste. Die Levels unterscheiden sich lediglich in der Anzahl und der Zusammensetzung der Gegner, ansonsten werden immer wieder dieselben acht Areale verwendet.

Die Mechs gibt es in sechs Ausführungen, die sich in Panzerung, Munitionskapazität und Agilität unterscheiden. Die kleinste Ausführung ist schnell und wendig, kann aber nur wenig Munition fassen und bröselt schon nach einigen Treffern auseinander. Die schwerste Kampfmaschine hat hingegen die Spontaneität einer griechischen Säule, kann aber auch heftige Treffer mit entsprechender Gelassenheit wegstecken. Grundsätzlich können alle Mechs dieselben Waffen tragen, einzig die Menge der maximal mitgeführten Munition steigert sich mit der Gewichtsklasse. Jeder Mech hat sechs Plätze, an denen Waffen oder Gerätschaften angebracht werden können, diese sind jedoch nicht beliebig belegbar. Linker und rechter Arm können entweder mit Lasern oder Miniguns bestückt werden, auf dem linken und dem rechten Schulterblatt haben Raketenwerfer, Mörser oder Minenleger Platz, auf dem Rücken können zusätzliche Sprung- oder Agilitätsdüsen angebracht werden und ein Slot für verschiedenste Schilde komplettiert die Ausstattung. Von jedem System gibt es verschiedene Ausführungen, die mit steigendem Preis auch immer besser werden. Munition, Energiezellen, Raketen, kurzum alle Verbrauchsgüter, liegen frei in den Kampfarealen herum und erscheinen kurze Zeit nach dem Aufsammeln erneut. Zerstörte Gegner hinterlassen Gesundheitspakete. Ganz in Arcade-Manier braucht die Kampfmaschine auch nicht repariert oder anderweitig gewartet zu werden, jeder Kampf startet mit voller Munition und Gesundheit, ist erst einmal eine günstige Waffenkombination gefunden, können die Levels so hintereinander abgehakt werden.

So üppig die Waffenanzahl anfangs noch erscheinen mag, auf Dauer fehlt etwas die Abwechslung. Von Lasern und Miniguns gibt es zwar jeweils neun Varianten, rechte Begeisterung mag sich, vor allem nach längerer Spieldauer, aber nicht mehr einstellen. Hier würden einige ausgefallene Waffengattungen noch etwas mehr Spielspaß bringen. Taktisches Vorgehen fehlt im Spiel zudem völlig. Die einzige Defensivmöglichkeit sind Schilde, die zwar für die Zeit, in der sie aktiv sind, jeglichen Schaden abfangen, aber eben auch das Abfeuern der Waffen zuverlässig verhindern. Gegen Raketen oder Mörser gibt es, vor allem für die langsameren Mechs, faktisch keine Gegenwehr, außer den betreffenden Mech so schnell es geht, aus dem Verkehr zu ziehen.

Im Multiplayer stehen die Spielmodi Assault, Capture the Flag, Deathmatch und Team Deathmatch zur Verfügung und bieten bis zu acht Spielern schnelle Action. Der Host kann umfangreiche Einstellungen wie etwa die Anzahl der zur Verfügung stehenden Credits, Waffensysteme oder Mechs sowie die bespielten Karten den eigenen Wünschen anpassen. Die Karten sind dieselben wie für den Einzelspielermodus.

Grafik

Die Darstellung der Mechs und der Umgebung ist durchaus ansprechend, das Spiel läuft auch auf hohen Auflösungen ruckelfrei. Einzig die Effekte könnten noch etwas Arbeit vertragen, die Einschläge der Miniguns sehen, ganz gleich auf welchem Material, immer gleich aus. Treffer hinterlassen keinerlei sichtbare Spuren in der Umgebung, zerstörte Gegner explodieren und nur das liegen bleibende Healthpack kündet von ihrer Existenz. Insgesamt bietet das Spiel acht verschiedene Welten, von Wüste über Dschungeltempel bis hin zu urbanen Überresten ist alles vertreten. Die Areale sind recht ansprechend modelliert, für ausgiebige Besichtigungstouren fehlt ohnehin die Zeit. Für den Zweck schnelle Action, allemal ausreichend.

Sound

Der Sound ist ebenfalls dem Genre angemessen: Kräftig und laut, auf Dauer aber durch andauernde Wiederholung nervtötend. Allgemein wurde auch dieser Bereich auf das Nötigste reduziert, keine Hintergrundmusik, keine Umgebungsgeräusche, nur der Waffenlärm und das Getöse der mechanischen Kolosse. Also auch hier keine Überraschungen, sondern dem Spiel angemessener Aufwand.

War World hält, was es verspricht: schnelle unkomplizierte Action ohne viel Aufwand. Der Einstieg ist auch für Einsteiger leicht, da der Schwierigkeitsgrad sich differenziert abstufen lässt um das Spiel dem eigenen Können anzupassen. Sound und Grafik bieten nichts Spektakuläres, erfüllen aber ihren Zweck, ohne billig zu wirken. Einzig die mit zwei Hauptwaffengattungen recht mager ausgefallene Bestückung der Arme könnte noch ausgebaut werden. Und Verteidigungssysteme, die diesen Namen auch verdienen, könnten einige taktische Elemente hinzufügen. Alles in allem verspricht War World ein handwerklich ordentlicher Arcade-Shooter zu werden, allzeit bereit, genau die paar langweiligen Minuten zu überbrücken, die hier und da im Tagesablauf so anzufallen pflegen.

(27.01.2006)

 

Entwickler: Heavy Iron Studios
Publisher: Frogster Interactive
Genre: Arcade Shooter
Releasedate: März 2006
Homepage: War World
Preis: 39,99 EUR
Altersfreigabe: freigegeben ab 16 Jahren gemäß §14 JuSchG

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