Partisan - Widerstand hinter feindlichen Linien

Partisan - Widerstand hinter feindlichen Linien

(dtp entertainment)

geschrieben von Kevin Krüger

 

 
Entwickler: Paradigm Entertainment
Publisher: dtp entertainment
Genre: Hack & Slay
Releasedate: Bereits erhältlich
Homepage: Keine
Preis: 19,99 €
Altersfreigabe: Freigegeben ab 16 Jahren gemäß §14 JuSchG

Etwa fünfzig Jahre nach der Zeit, in der "Partisan - Widerstand hinter feindlichen Linien" spielt, erschien der PC-Titel am 14.05.2010 im deutschen Handel. Geworben wird neben abwechslungsreichen Schauplätzen und vollständig deutscher Vertonung mit einem Action-Rollenspiel im "Hack’n’Slay"-Stil, dessen Handlungszeitraum erstmalig im Zweiten Weltkrieg angesiedelt ist. Gespielt wird ein auf Seiten der Roten Armee stehender Partisan, wie er zu einem Rebellen wurde und wie sich dieser Titel als Hack’n’Slay zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges macht, erfahren Sie hier in unserem ausführlichen Test.

An der Front

Die Rote Armee befindet sich 1939 im Krieg mit Finnland. Ein Hauptmann an der Nordwestfront verliert bei einem Vorstoß der Sowjetunion den Großteil seiner Truppen und erteilt daraufhin das Kommando zum Rückzug. Vor das Kriegsgericht gestellt und als Befehlsverweigerer verurteilt, verbringt der Widerständler die Zeit des Sieges der Roten Armee im Frühjahr 1940 im sowjetischen Kriegsgefängnis.

Der Zweite Weltkrieg erreicht die Sowjetunion und straffällig gewordene Soldaten der Roten Armee erhalten die Chance, ihren Wert für das Vaterland unter Beweis zu stellen und sich dadurch zu rehabilitieren. Aus diesem Grunde aus seiner Gefängniszelle entlassen, steht auch der vormals desertierte Verstoßene an der Westfront, um Nazi-Deutschland aufzuhalten.

Während der Vorbereitungen auf einen Angriff übernimmt der Spieler im Jahre 1943 erstmals die Kontrolle über den nun in einem Strafbataillon stationierten Hauptmann. Sich eine Waffe zu besorgen und bei seinem Kommandeur zu melden, sind seine ersten Missionsziele. Auf eine reibungslose Erfüllung selbiger folgen eine Ernennung zum Befehlshaber und eine erneute Videosequenz, an deren Anfang die stattfindende Einsatzbesprechung, an der der Spieler nun auch teilnimmt, von einem Angriff durch deutsche Truppen unterbrochen wird. Während dieses Angriffs verliert der gerade erneut in Befehlsposition stehende Partisan, wie unter anderem auch Einheiten von Strafbataillonen genannt werden, das Bewusstsein.

Ein Soldat konnte den Bewusstlosen in Sicherheit bringen und sich mit ihm vor den Angreifern verstecken. Als dieser wieder zu sich kommt, stellt sich heraus, dass die Deutschen das Lager seiner Division dem Erdboden gleichgemacht haben und nun die Umgebung nach Überlebenden durchkämmen. Der Held beschließt, sich gemeinsam mit dem Soldaten, dem er sein Leben verdankt, vorerst zu verstecken. Tatenlos müssen sie mit ansehen, wie die Deutschen ihre wenigen überlebenden Kameraden gefangen nehmen. Schließlich greifen sie nach Einbruch der Dunkelheit eine der ermüdeten feindlichen Patrouillen an und erbeuten deren Ausrüstung. Um sich zu tarnen, schlüpfen sie in erbeutete deutsche Uniformen, danach macht sich der Soldat allein auf den Weg, um Hilfe zu holen, während der Hauptmann versucht, die gefangenen Kameraden zu befreien. An dieser Stelle übernimmt der Spieler die Kontrolle über das Schicksal des Partisanen.

Im Fadenkreuz

In den Videosequenzen zu Beginn des Spiels macht sich bereits die gut umgesetzte, vollständig deutsche Vertonung bemerkbar. Die nicht unterbrechbaren Sequenzen an sich bestehen leider nicht aus cineastischen Meisterwerken, sondern lediglich aus Standbildern, zu denen in knappen Sätzen die Geschehnisse erzählt werden.

Der vor Spielbeginn aus drei Varianten auswählbare Schwierigkeitsgrad sollte diesen Titel sowohl einem Neuling als auch einem Veteranen schmackhaft machen. Detailliert wird bereits hier aufgeführt, was genau sich in jedem Schwierigkeitsgrad anders verhält. Auffällig ist in diesem an eine Mischung des Gameplays von Diablo 2 und der Bedienoberfläche von Urgestein Fallout erinnernden Spiel zunächst die Annehmlichkeit einer zoom- und drehbaren Kameraperspektive. Jedoch schränkt ein etwas zu steiler Blickwinkel auf den Charakter und seine Umgebung die Sicht leider etwas zu stark ein. Die Steuerung ist auf Tastatur und Maus ausgelegt und die Tastenbelegung lässt sich vollständig individuell konfigurieren, wodurch eine Steuerung über die beliebte WASD-Konfiguration möglich wird. Gespeichert und geladen wird nicht wie im Klassiker Diablo 2, der sichtlich für einige Elemente von "Partisan - Widerstand hinter feindlichen Linien" Modell stand, bei Verlassen und Betreten des Spiels, sondern durch ein heutzutage übliches System: An relevanten Punkten der Handlung wird automatisch gespeichert und der Spieler selbst kann sowohl über Kurztasten die sogenannte Schnellspeicher- respektive Schnelllade-Funktion nutzen als auch über das Pausenmenü, welches über die Escape-Taste und eine Schaltfläche auf der Bedienoberfläche aufgerufen werden kann, speichern und laden.

Die Tutorial-Phase fällt, wie die Story erahnen lässt, kurz aus. Nach der ersten Videosequenz, und damit relativ kurz nach seiner Haftentlassung, steht der Spieler vor einem Befehlshaber, bekommt einige einleitende Worte gesagt und ein kleines Text-Tutorial erscheint. Die Hilfen sind auf der Stelle schließbar durch einen Klick auf das altbekannte Kreuz oben rechts und leicht verständlich, unaufdringlich und übersichtlich gestaltet. Eine Handvoll Hilfestellungen und eine optionale Schießübung auf eine aufgestellte Strohpuppe später ist die Einleitung bereits zu Ende und die Einsatzbesprechung beginnt im Zelt des Kommandeurs. Direkt nach eigentlichem Spielbeginn, also nach dem unterbrochenen Briefing, fällt stark negativ auf, dass die Programmierer scheinbar eine Vorgabe der Story nicht beachtet haben: Der Spielcharakter trägt laut einer Videosequenz eine deutsche Uniform, dennoch wird der Spieler sobald ein Deutscher ihn erspäht, von diesem unter Beschuss genommen.

Einziges erkennbares Rollenspielelement bildet der Aufbau des Charakters durch Sammeln von Erfahrung, Stufenaufstieg und Attribut- sowie Talententwicklung, bei denen die Freiheit des Spielers nur durch Talente und Fähigkeiten, denen wiederum andere Talente und Fähigkeiten zugrunde liegen, eingeschränkt wird. Die Navigation innerhalb der Gebietsabschnitte wird durch ein Mini-Radar auf der Bedienoberfläche und eine auf Tastendruck einblendbare Bereichskarte unterstützt. Innerhalb des Radars dreht sich die Karte entsprechend der momentanen Blickrichtung der Kamera, hierdurch entsteht häufig Verwirrung im Bezug auf die momentane Blickrichtung des Charakters: Da es keinen Kompass gibt, muss die Karte geöffnet werden, auf der die Blickrichtung mit einem Pfeil kenntlich gemacht wird, um erfahren, in welche Richtung man sich gerade bewegt. Die Blickrichtung des Charakters und der Kamera sind vollständig entkoppelt, sodass man auf Wunsch mit der Tastatur den Charakter und mit der Maus die Kamera steuern kann. Dem Spieler stehen sowohl Kurztasten als auch Bedienoberflächen für Nutzung oder Wechsel von Granaten, das Wechseln zu einer Zweitwaffe und der Munitionsart zur Verfügung.

Niedergestreckte Feinde, egal ob mit Nahkampfwaffe, Pistole, Maschinengewehr, Gewehr oder Sprengstoff nachgeholfen wurde, lassen in der Regel einige Gegenstände fallen. Diese Gegenstände können Munition, originalgetreue Waffen sowie fiktive Prototypen, medizinische Utensilien wie Bandagen, Geld, Schutzwesten oder -Helme sein. Verschiedene Munitionsarten wie Brandmunition bringen etwas Pepp und taktische Möglichkeiten ins Spiel, auf verschiedene Kaliber wurde jedoch verzichtet, die Munition ist allein auf die verschiedenen Waffengattungen eingeteilt. Am Boden liegende, einzelne Gegenstände sind recht schwer zu erkennen, auf Tastendruck kann jedoch, ähnlich wie in Diablo 2, Interaktives wie beispielsweise Nicht-Spieler-Charaktere, Feinde und am Boden liegende Ausrüstung sichtbar gemacht werden; Charaktere werden mit farbigen Umrissen versehen und zu Gegenständen werden verschiedenfarbige Namen eingeblendet. Die Farben weisen bei den Gegenständen auf die Qualität hin, sodass beispielsweise eine Pistole nicht zwangsweise die gleichen Eigenschaften aufweist wie eine weitere mit gleichem Namen, jedoch anderer Farbkennzeichnung. Aufgerüstet werden können Waffen nicht, weiterhin ist hinderlich, dass Händler, bei denen man Gefundenes gegen Bares (oder selbiges gegen Ausrüstung) tauschen kann, rar gesät sind. Ebenso mangelt es ein wenig an Platz im Inventar des Hauptmanns, sodass man, bis ein Händler auffindbar ist, abwägen muss, welche Gegenstände man zum Verkauf mitnehmen möchte. Die Regelungen für das Inventar sind im Allgemeinen etwas holprig geraten: Bei mangelndem Platz im Inventar wird der Spieler ausschließlich visuell benachrichtigt, diese Benachrichtigung erfolgt aber nicht offensichtlich, sondern relativ unauffällig im kleinen Ereignisfenster unten links auf der Bedienoberfläche. Weiterhin ist am ansonsten erneut stark an Diablo 2 orientierten Inventar anzumerken, dass ein Umsortieren oder An- beziehungsweise Ablegen von Gegenständen per Drag & Drop durchgeführt werden muss. Nicht weiter tragisch wäre dies, wenn es nicht verhinderte, dass ein Gegenstand, den man sozusagen in der virtuellen Hand hält, um ihn anders zu platzieren, einen im Inventar liegenden Gegenstand ersetzt. Soll ein Gegenstand einen anderen ersetzen, muss der zu ersetzende Gegenstand vorher von diesem Inventarplatz entfernt werden.

Zu Beginn des Spieles gefundene Schutzausrüstung gewährt keinen Schutz vor gegnerischen Angriffen. Die Verkaufspreise der Händler sind hoch, daher muss entweder jeder herumliegende Heller eingesammelt oder auf Gegner mit besserer Schutzausrüstung gewartet werden. Wer die erste Variante wählt, wird sich darüber freuen, dass sämtliche liegen gelassenen Gegenstände an ihrem Platz verweilen, bis der Spieler den Bereich verlässt, wodurch - selbstverständlich nach Beseitigung aller feindlichen Einheiten im Sektor - fröhlich pfeifend zwischen Händler und herumliegenden Gegenständen oder sich auf Mausklick öffnenden Behältern wie Kisten und Truhen hin und her gelaufen werden kann. Da auch Munition bei den Händlern zunächst recht teuer ist, sollte ein Sparfuchs nicht vergessen, jede fallen gelassene Waffe einzusammeln und zu entladen. Eine Rückkehr in bereits durchquerte Gebiete ist nur stark eingeschränkt möglich und zwar nur in den Fällen, in denen eine Mission es erlaubt oder ein Händler in einem Gebiet zu finden ist.

Niemand ist unfehlbar und Schießen ist eine Wissenschaft für sich. Aus genau diesen Gründen wird die Trefferwahrscheinlichkeit für das jeweilige Ziel beim Anvisieren mit dem Mauszeiger neben Namen und Lebensenergie des Zieles in Prozent angezeigt. Eine Angabe von beispielsweise 85% Trefferwahrscheinlichkeit scheint jedoch etwas abwegig, wenn man gerade bei einem Schaden von 25% der Energie des Gegners, wodurch nur vier Treffer nötig sind, zwanzig Schüsse abgeben musste, ohne dass dieser Feind Deckung bezogen zu haben schien. Weiterhin wird die Treffergenauigkeit im Allgemeinen anscheinend nicht davon beeinflusst, ob sich der Gegner bewegt oder in Deckung befindet. Gelegentlich kann ein Feind durch ein Haus, einen Zaun oder ähnliche Hindernisse hindurch aufs Korn genommen werden oder gar ebenfalls durch vermeintlichen Schutz vor Beschuss Bietendes auf den Spieler feuern, was ebenfalls dem Realismus des Spiels und auch dem Spielspaß entgegenwirkt. Erwähnt werden sollten in diesem Zusammenhang auch, dass die Lebensenergie des Helden sich von allein mit der Zeit regeneriert und Gegner nicht bluten. Mit letzterem ist jedoch nicht das fehlende Blutspritzen gemeint, sondern die allgemeine Unfähigkeit, etwa einen Streifschuss zu erleiden und durch Bluten anhaltend Lebensenergie zu verlieren. Feindliche Einheiten, die akkurat gewählte und abgekürzte militärische Bezeichnungen wie etwa "Uffz. der motor. Infanterie" tragen, reagieren auf Sichtkontakt mit dem Spieler, Treffer durch den Spieler oder Feuern eines Kameraden auf den Spieler, nicht jedoch auf Schüsse aus nächster Nähe, solange sie nicht getroffen werden.

Der Magazintausch, auch Nachladen genannt, findet bei Partisan entweder automatisch statt, sobald das momentan eingesetzte Magazin leer ist oder wenn der Spieler die entsprechende Taste drückt. Während dieses Vorgangs ist jedoch Vorsicht geboten: Der Spielcharakter ist nicht in der Lage gleichzeitig seine Waffe mit neuer Munition zu versorgen und sich fortzubewegen. Der dazu erklingende Sound, der den Nachladevorgang kenntlich macht, ist ein wenig kürzer als der eigentliche Vorgang selbst. Somit ist man im Grunde doch dazu gezwungen, die Munitionsanzeige im Auge zu behalten, um den Vorgang des Nachladens nicht mit einer Bewegung vorzeitig abzubrechen. In Bezug auf Realismus ist wiederum die Handhabung der unterschiedlichen Automatiken der eingesetzten Waffen lobenswert hervorzuheben: Vollautomatische Maschinengewehre lassen sich selbstverständlich mit dem Halten der Maustaste vollständig leeren, Pistolen oder Gewehre ohne diese Automatik hingegen werden je Mausklick nur ein Mal abgefeuert, egal wie lang der Spieler die Maustaste gedrückt hält.

Eine Übersicht der erledigten und ausstehenden Aufgaben darf auch in diesem Spiel nicht fehlen, hier wurde diese in Form des Tagebuchs des Spielcharakters umgesetzt. Detaillierte Übersichten der Talente und Attribute des Partisanen sind ebenfalls vorhanden. Seine Attribute sind über den Inventarbildschirm, die Fähigkeiten und Talente über eine separate Oberfläche einsehbar und alle Oberflächen und Menüs im Spiel können mittels definierter Kurztasten aufgerufen werden. Beinahe jedes Attribut beeinflusst Statuswerte des Charakters. Welchen Einfluss welches Attribut hat, kann über Tooltipps in Erfahrung gebracht werden. Außer der Beeinflussung von Statuswerten sind die Attribute auch Voraussetzungen für das Verwenden von Ausrüstung. Wer ein großes, vollautomatisches Maschinengewehr verwenden möchte, braucht so beispielsweise die entsprechende Stärke und Gewehre erfordern eine ausgeprägte Wahrnehmung. Die Angaben zu Attributen des Charakters im Inventarbildschirm lassen sich auch auf die Schadenswerte umschalten, die durch die momentan verwendete Waffe und einige steigerbare Attribute beeinflusst werden. Diese Schadenswerte sind unter anderem der durchschnittliche Schaden, der Schaden pro Sekunde, die Schussrate, Chance eines kritischen Treffers, Zielsicherheit und Magazingröße der Waffe. Die Chance auf kritische Treffer wird wiederum aus Attributen, erlernbaren Talenten und dem von der Waffe vorgegebenen Wert für die Chance auf einen kritischen Treffer errechnet. Detail- und aufschlussreich sind Attribut- und Talentübersicht selbstverständlich, bietet der Attributbildschirm jedoch ein kleines Manko, welches in fehlendem Vermögen besteht, zwischen den zwei Waffenslots zu wechseln, um die Werte der Waffe im anderen Slot einzusehen, ohne diesen Bildschirm zu verlassen.

Der Storyverlauf dieses Titels ist linear. Der Spieler hat keinerlei Einfluss auf den Verlauf der Hauptgeschichte, kann jedoch für Nebenmissionen vorübergehend von selbiger abweichen, um weitere Belohnungen in Form von Gegenständen, Geld und Erfahrung einzuheimsen. "Partisan - Widerstand hinter feindlichen Linien" bietet zahlreiche Möglichkeiten, Multiplayergefechte oder Kooperationsspiele interessant zu machen, enthält jedoch keine Online- oder Netzwerkspielfunktion. Zahlreiche Schauplätze von freiem Feld über belebte Ortschaften oder Straflager und verschiedene Missionstypen wie die Befreiung von Geiseln oder Geheimoperationen, bei denen man nicht entdeckt werden darf, sorgen für Abwechslung.

Durch den detaillierten Busch

Grafisch macht Partisan einiges her: Ansehnliche 3D-Grafiken, animierte Bäume, deren Blätter sich im Wind wiegen, rauchende Feuer, wabernde Nebelschwaden, spiegelnde Wasseroberflächen und bombastische Explosionen sieht man während des Kriegsschauspiels zuhauf. Dennoch werden nicht nur High-End-Systeme mit diesem Spiel klarkommen, denn die grafischen Einstellungsmöglichkeiten sind vielfältig. Auflösung, Schattenqualität, Grafikdetails, Texturenqualität und -filterung sowie Antialiasing wollen festgelegt, Helligkeit, Kontrast und Gammakorrektur geregelt, sowie Gräser, vertikale Synchronisation und Wasserspiegelungen ein- oder ausgeschaltet werden. Die Bedienoberflächen und Menüs sind atmosphärisch und ansprechend gestaltet.

In aller Stille

Still geht es in Partisan nur selten zu, denn in brenzligen Situationen erschallt passende Musik, es rattern Geschütze und andere Waffen und Explosionen schicken Druckwellen durch die Lautsprecher. Je nach Gebiet gibt es in ruhigeren Phasen passende Hintergrundgeräusche wie Vogelgezwitscher, knisternde Feuer oder sich entfernt bewegende Fahrzeuge.

Viele interessante oder gute Features mag "Partisan - Widerstand hinter feindlichen Linien" zwar aufweisen, der Langzeitspaß bleibt jedoch etwas auf der Strecke: Die Kämpfe sind selten abwechslungsreich und ein Sammelwahn wie in der hinreichend zu Vergleichen herangezogenen Genregröße Diablo 2 wollte sich nicht einstellen, da die eigene Ausrüstung nicht aufzuwerten ist. Abgesehen von dem einen oder anderen Schnitzer, wie zwar eindrucksvoller Hintergrundmusik im Kampf, die aber alle dreißig Sekunden zehn Sekunden lang ertönt und Unstimmigkeiten in der Story, ist "Partisan" durchaus spielbar und die Atmosphäre ist in diesem Titel einfach stimmig. Mit einigen fehlenden Features und geringen Ausbesserungen fehlte mir noch immer eine direkte Langzeitmotivation, denn neben wie erwähnt ausbleibendem Sammelwahn und mangelnder Abwechslung ist die Storyline, da im Zweiten Weltkrieg angesiedelt, nichts Besonderes und die fiktiven Waffenprototypen sind eine nette Spielerei, aber auch nicht mehr. Denkaufgaben gibt es keine und man weiß immer, wohin man gehen soll, wodurch der Kampf mit den Deutschen auf Dauer zu einem Kampf mit der Langeweile wird. Alles in allem bildet "Partisan - Widerstand hinter feindlichen Linien" guten Durchschnitt und die Entscheidung, den Titel nicht zum Preis von fünfzig Euro in die Läden zu bringen war eindeutig die richtige.

(31.05.2010)

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