Warhawk

Warhawk (PS3)

(Sony Computer Entertainment Europe)

geschrieben von Witali Blum

 

 
Entwickler: Incognito Entertainment
Publisher: Sony Computer Entertainment Europe
Genre: Online-Shooter
Releasedate: Bereits erhältlich
Homepage: Warhawk
Preis: 29,99 € (Playstation Store) / 58,45 € (inkl. Headset im Handel)
Altersfreigabe: Freigegeben ab 16 Jahren gemäß §14 JuSchG

Seit dem Erscheinungstermin der Playstation 3 in den USA, hat bestimmt jeder Spieler schon etwas von "Warhawk" gehört. Kein Wunder, denn das Spiel musste bei vielen Gelegenheiten als Vorzeigebeispiel für die zahlreichen technischen Möglichkeiten des neuen Six-Axis-Controllers herhalten. Leider geriet es selbst bei den Vorführungen oft in den Hintergrund, sodass die Frage offen bleibt: Was hat "Warhawk" zu bieten?

Die Kunst des Krieges

Die Welt von "Warhawk" wird von einem schweren Konflikt zwischen zwei verfeindeten Völkern, den Eucadianern und Chernovanern, erschüttert. Der Spieler darf sich für eine der beiden Parteien entscheiden und den Krieg aus seiner Perspektive als neuer Rekrut fortsetzen. Dabei ist es völlig gleichgültig, welche Seite man auswählt, denn die einzig erkennbaren Unterschiede sind die Uniformen sowie die Fluggeräte.

Obwohl der Krieg eine gute Grundlage für eine Hintergrundgeschichte bietet, erfährt der Spieler bis auf die Namen der beiden Kontrahenten keine weiteren Einzelheiten. Da sogar die Konfliktursache nicht näher bezeichnet wird, fällt es schwer, eine der Parteien als gut oder böse einzuordnen. Allerdings sollte man sich darüber auch keine Gedanken machen, denn als reines Online-Spiel ohne jeglichen Einzelspielerinhalt zielt "Warhawk" darauf ab, vielen Menschen Spaß beim gemeinsamen Spielen zu bieten.

Kleider machen Leute

Bevor man der Onlinegemeinde im Internet gegenübertritt, erlaubt die Profilerstellung eine Gestaltung des neuen Kämpfers, die dem persönlichen Geschmack entspricht. Hautfarbe sowie Teaminsignien lassen sich gleich zu Beginn den eigenen Vorstellungen anpassen. Im weiteren Verlauf werden beim Aufstieg in den Spielrängen Orden verliehen und weitere Modifikationsmöglichkeiten für das Profil freigeschaltet. So ist es später sogar möglich, die Uniform sowie die Panzerung samt Helm zu verändern.

Die Gestaltungsmöglichkeiten beschränken sich natürlich nicht nur auf den Soldaten, denn auch das Fluggerät des tapferen Kämpfers lässt sich farblich verändern. So kann man seine Kennzeichen setzen und mit aufsteigendem Rang den Vogel komplett knallbunt anmalen. Ob das eine gute Idee ist, ist natürlich eine andere Sache. Da in "Warhawk" die Kontrahenten lediglich aus menschlichen Spielern bestehen, spielt es oft eine große Rolle, wie früh man vom Gegner bemerkt wird.

Interessanterweise muss man ein Design sowohl für einen eucadianischen als auch chernovanischen Soldaten auswählen, da man trotz einer Festlegung auf ein Volk nie weiß, ob in der kommenden Schlacht ein Teamplatz für diese Fraktion frei bleibt. Beide Parteien tragen jedoch sehr ansprechende und vor allem sich deutlich voneinander abhebende Uniformen, die bei entsprechendem Realitätsgrad der aktuellen Spielpartie die Gefahr des so genannten "Friendly Fire" minimieren.

Allgemein treten die Eucadianer in leichter, grüner Montur auf, die an die Landstreitkräfte Englands im Zwanzigsten Jahrhundert erinnert. Die Chernovaner dagegen tragen dunkle Panzeranzüge und Stahlhelme, die zeitlich gesehen eher im zweiundzwanzigsten Jahrhundert anzusiedeln sind.

Derartige Eigenheiten im Design setzen sich auch bei den wichtigsten Kampfmaschinen des Spiels fort, den Jagdflugzeugen. Betrachtet man nämlich den eucadianischen "Warhawk" und die chernovanische "Nemesis" nebeneinander, so drängt sich dem Spieler oft der treffende Vergleich zwischen einem "X-Wing" und einem "TIE-Fighter" aus "Krieg der Sterne" auf.

Auf ins Gefecht!

Der Einstieg in eine Schlacht fällt auf der Playstation 3 erfreulicherweise leicht, denn sobald man einem offenen Spiel beigetreten ist, dauert es nur knapp 20 Sekunden, bis man sich mitten im Geschehen befindet. Leider enthält "Warhawk" keine Einführung, die den Gebrauch der Waffen und Fahrzeuge erklärt, sodass der Spieler gezwungen ist, die Steuerung entweder aus dem Handbuch oder dem "Optionsmenü" auswendig zu lernen.

Sehr oft enden die ersten Schritte in einer frühen Niederlage, weil man das verfügbare Equipment noch nicht optimal einsetzen kann und sich in den 30 verschiedenen Levels trotz der einblendbaren Karte nicht zurechtfindet. Man sollte sich jedoch von dieser Tatsache nicht entmutigen lassen, denn bei einem großen Gefecht gibt es bis zu 31 Mitspieler, die die nötige Erfahrung im Kampf weitervermitteln können. Zusätzlich ist es jederzeit möglich, bis zu vier Spieler an einer Konsole bei geteiltem Bildschirm mitspielen zu lassen.

Sieg oder Niederlage

"Deathmatch", "Team-Deathmatch", "Erobere die Flagge" und "Zone" sind die vier möglichen Spielmodi in "Warhawk". Dabei sind die ersten beiden Spieleinstellungen für Anfänger besonders gut geeignet, weil nur die Zahl der Abschüsse über den Sieg entscheidet und taktisches Vorgehen eher im Hintergrund steht. Anders verhält es sich bei "Erobere die Flagge" sowie "Zone", da es hierbei Stützpunkte zu erobern und zu verteidigen gilt, um den Sieg zu garantieren. Eine taktische Koordination der Streitkräfte über das Headset ist unabdingbar.

Wie in jedem Online-Shooter ist auch bei "Warhawk" das Phänomen zu beobachten, dass sich aus der Onlinegemeinde Zweckgemeinschaften bilden, um den Aufstieg auf der Rangliste erfolgreich voranzutreiben. Die sogenannten Clans können gleich im Spielmenü gebildet und verwaltet werden. Besonderen Ansporn für die Karriere bieten vor allem die Orden und Belohnungen für besondere Leistungen, die in frei zugänglichen Statistiken festgehalten werden. Sowohl Gelegenheits- als auch Langzeitspieler werden in "Warhawk" ausreichend unterhalten und motiviert.

An der Front

Frisch auf dem Schlachtfeld stehen dem neuen Rekruten zu Beginn nur die Dienstpistole sowie das Messer zur Verfügung. Beide Waffen sind zwar unbegrenzt einsetzbar, jedoch für Gefechte über größere Entfernung ungeeignet. Glücklicherweise findet man in der Nähe der heimischen Basis genug Kriegsgerät, um das Arsenal des Söldners durch einige tödliche Überraschungen für den Gegner zu erweitern.

Die konventionelle Bewaffnung wird durch das automatische Gewehr, das Scharfschützengewehr, den Flammen- sowie den Raketenwerfer ergänzt. Weitere Extras wie die Anti-Personen-Mine sowie der Luft-Boden-Raketenschlag vervollständigen die Ausrüstung. Darüber hinaus steht dem Soldaten die Möglichkeit zur Verfügung, den Kampf in einem Vehikel zum Gegner zu tragen.

Im schnellen und wendigen Jeep dürfen gleich drei Kämpfer Platz nehmen. Während der Fahrer den Hindernissen ausweicht, nimmt der Schütze mit dem auf Lafette montierten Maschinengewehr die Gegner aufs Korn. Der dritte Mann dient als Reserve, falls ein Jagdflugzeug das scheinbar wehrlose Gefährt als Opfer auswählt. Bei Gefahr sollte er nämlich schnell abspringen und mit dem Raketenwerfer dem anfliegenden Piloten zeigen, dass sein Angriff eine schlechte Idee war.

Ähnlich verhält es sich mit dem schweren Panzer, der dank seiner Schutzhülle viele schwere Treffer einstecken kann. Obwohl das Vehikel sehr schnell gegnerische Ziele mit dem Bordgeschütz zerstören kann, ist es gegen Abfangjäger nahezu hilflos. Die Masse der Panzerung macht es unmöglich, die flinken Flugmaschinen abzuschießen oder ihnen auszuweichen. Glücklicherweise darf ein Kamerad mitfahren und bei Bedarf den tragbaren Raketenwerfer aus der offenen Einstiegsluke des Gefährts abfeuern.

Die Flugschau

Der Höhepunkt des Spiels ist unbestreitbar der Kampf in der Luft. Sobald ein Soldat ein freies Flugzeug gefunden hat, besitzt er als dessen Pilot nahezu grenzenlose Möglichkeiten, seine Feinde auszuschalten. Der Six-Axis-Controller der Playstation 3 kommt dabei erst richtig zur Geltung. Während man durch Drehen und Kippen des Steuergeräts das Flugzeug lenkt, kann man mit dem rechten Analogstick Ausweichmanöver auslösen.

Die Bordwaffen des "Warhawk" und der "Nemesis" lassen sich immer wieder durch das Überfliegen von leuchtenden Symbolen aufstocken. Das Arsenal reicht dabei von einfachen Raketen, Bomben und Gegenmaßnahmen bis hin zu Superwaffen wie dem Kugelblitz, der mehrere Gegner in der Nähe der Flugbahn schädigen kann. Dank vieler Schluchten, Brücken und Gebirgsformationen wird jedes Luftgefecht zu einem Erlebnis, aus dem nur der Geschickteste als Überlebender hervorgeht.

Besonders erwähnenswert ist die Tatsache, dass die Flugmaschinen zwei Grundeinstellungen für die Fortbewegung besitzen. Im "Schwebemodus" verwandelt sich das Flugzeug in eine mobile Festung, die aus der Luft Ziele auf dem Boden zerstört. Im "Flugmodus" dagegen wird es zu einem flinken Abfangjäger, der am besten zur Bekämpfung gleichartiger Feinde geeignet ist. Der Spieler wird jedoch nicht gezwungen im Luftraum zu verweilen, denn an speziellen Landeplätzen kann der Flieger wieder verlassen werden.

Wer glaubt, dass Infanteristen einen Angriff mit Fahrzeugen nicht aufhalten können, wird in "Warhawk" eines Besseren belehrt, denn jede Hauptbasis besitzt stationäre Verteidigungsanlagen, die von Soldaten besetzt werden können. Eine Flak und ein Raketengeschützturm werden schnell mit Gegnern, die zu sorglos auf ihre Panzerung vertrauen, fertig. Zusätzlich gibt es auf manchen Karten Bunker, die Zuflucht vor Beschuss aus der Luft bieten.

Die Leistung der Playstation 3

Technisch gesehen braucht "Warhawk" sich wegen seiner Optik nicht zu verstecken. Obwohl die Leveltexturen auf Dauer etwas eintönig wirken, bietet das Spiel detaillierte Fahrzeugmodelle und vor allem beeindruckende Lichteffekte, die durch Explosionen, Projektile oder einfach nur die Sonne erzeugt werden. Die überaus weiträumige Sicht erlaubt es stets, den Überblick über das Schlachtfeld zu behalten. Wenn man eine vergleichbare Spielumgebung nennen müsste, so böte sich dazu der Titel "Unreal Tournament 2004" an.

Besonders hervorzuheben ist die Tatsache, dass es selbst bei Vollauslastung einer Spielpartie mit 32 Spielern zu keinem Zeitpunkt Ruckeln oder Lag-Effekte gab. Die Spiele werden einfach in einem übersichtlichen Menü auf heimischen Konsolen konfiguriert und erstellt. Dabei besitzen sie trotz simpler Handhabung die Qualität eines professionellen Servers und unterliegen nicht den auf Computer möglichen Manipulationen durch Cheat-Programme.

Die Hintergrundmusik in "Warhawk" ist sehr dynamisch gestaltet und erinnert entfernt an den Soundtrack aus dem Film "Top Gun". Nach längerem Spielen wird man sie jedoch vermutlich ausschalten, da sie von den wichtigen Umgebungsgeräuschen ablenkt. Als Soldat auf dem Schlachtfeld weiß man es zu schätzen, dass alle Geräusche realistisch umgesetzt werden und man den oft unsichtbaren Feind immer noch hören kann. Mit etwas Übung kann man sogar die Entfernung zum Gegner schätzen.

"Warhawk" ist einer der Titel für die Playstation 3, der dem Spieler eindrucksvoll in Erinnerung bringt, dass er eine Konsole der nächsten Generation besitzt. Noch nie war es so einfach, mit vielen Menschen gemeinsam zu spielen. Die glänzende Grafik, die große Levelvielfalt, das riesige Waffenarsenal, die einfache Steuerung sowie die heißen Luftgefechte bieten für Anfänger und Veteranen des Onlineschießens eine fesselnde und langfristig motivierende Unterhaltung.

Die Tatsache, dass "Warhawk" auf jeglichen Einzelspielerinhalt verzichtet, wiegt im Hinblick auf den Spielspaß nicht allzu schwer, da man durch die simple Verwaltung der Onlinegemeinde rasch Anschluss am Onlinespiel findet. Mit 29,99 € ist das Preis-Leistungs-Verhältnis gut und steht einer Kaufempfehlung nicht im Wege. Für Spieler, die "Warhawk" noch nicht aus dem Playstation Store erworben haben, ist es besser, gleich die Blu-Ray-DVD-Version für 58,45 € zu kaufen, da sie auch ein schnurloses Headset enthält, das das gemeinsame Spielen im Team sehr erleichtert.

(10.10.2007)

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