Glory Days (GBA)

Glory Days - The Essence of War (GBA)

(Flashpoint)

Geschrieben von Johannes Posch

 

Es herrscht Krieg im Lande des GBAs

Mit "Glory Days" schickt ODenis ein Spiel aus dem Genre "Flieger Action" ins Rennen. Es handelt sich dabei um ein Jump`n`Run, kombiniert mit einem Shooter. Das Ergebnis lässt sich am besten als eine Art Battlefield 1942 in 2D und mit eingeschränkter Fahrzeugwahl beschreiben. Mit Helikoptern und Flugzeugen verschiedener Zeitperioden zieht der Spieler in die Schlacht, um seine Bodentruppen in 16 Missionen im Kampf gegen gegnerische Armeen zu unterstützen und ihnen zum Sieg zu verhelfen.

Auf den Feind! Egal warum!

Das Spiel erzählt eigentlich keine Geschichte, vielmehr kämpft sich der Spieler von Mission zu Mission und hat im großen und ganzen immer denselben Auftrag: es den verbündeten Bodentruppen aus der eigenen Basis auf der östlichen Seite der Karte heraus zu ermöglichen, die gegnerische Basis ganz im Westen des Spielfeldes zu überrennen. Dazwischen stehen immer mehrere Außenposten, die eingenommen werden müssen, um auch dort Einheiten produzieren zu können und somit die Überhand zu gewinnen. Die Produktion erfolgt erst ganz automatisch, der Spieler kann sich also voll und ganz auf den Kampf konzentrieren. Nach einigen erfolgreichen Missionen kann er dann allerdings auch darauf durch einfache Menüs Einfluss nehmen. Nur die Rahmenbedingungen ändern sich. So ist man entweder in einem UH1D Huey- und einem Apache-Kampfhubschrauber oder den Flugzeugen P52-Mustang und F18-Hornet unterwegs. Auch die Schauplätze variieren. So kämpft man sich abwechselnd durch den mittleren Osten, den Südpazifik, Zentralasien und Europa. Zusätzlich zum Hauptziel, der eigenen Armee zum Sieg zu verhelfen, gibt es immer wieder auch sekundäre Missionsziele zu bewältigen. So gilt es zum Beispiel Zivilisten zu retten oder einem Konvoi Deckung zu geben, damit dieser es in die heimatliche Basis schafft.

Plug and Fly!

Die Steuerung des Spieles ist angenehm einfach. So gibt man mit den Cursortasten die Richtung an und verwendet die A- und B-Buttons für das Abfeuern der Primär- beziehungsweise Sekundärwaffen. Die beiden Kategorien von Flugmaschinen unterscheiden sich in dieser Hinsicht ziemlich stark voneinander, zum Beispiel in Bezug auf das Landen und Neubestücken der Kriegsmaschinen, was übrigens zu jeder Zeit, auf gekennzeichneten Landezonen in der eigenen Basis möglich ist. So können die Helikopter einfach durch Drücken des Abwärts-Cursors zum Aufsetzen gebracht werden, die Flugzeuge verlangen dem Spieler aber schon ein wenig mehr Geschick ab. So stehen bei allen Missionen, in denen diese Maschinen zur Auswahl stehen, Flugzeugträger am äußersten rechten Rand des Spielfeldes. Um unbeschadet aufsetzen zu können, muss man erst die durch eine rot-blaue Leiste visualisierte Geschwindigkeit anpassen und sobald die Räder Bodenkontakt haben, durch Druck auf die B-Taste bremsen. Eine Sache haben die beiden Steuerungsvarianten aber miteinander gemeinsam: Sie sind sehr intuitiv und nach einer kurzen Eingewöhnungszeit fliegt und ballert der Spieler wie der Rote Baron höchstpersönlich.

Im Bezug auf den Waffeneinsatz stehen allen vier steuerbaren Fahrzeugen Maschinengewehre und jeweils eine eigene Zweitwaffe wie Raketen oder Bomben zur Verfügung. Zudem kann der Spieler auch immer auf Spezialwaffen zurückgreifen, welche durch Druck auf die Schultertasten ausgelöst werden. So besteht die Möglichkeit, Soldaten aufzunehmen und sie per Fallschirm an die feindlichen Linien zu transportieren oder eine besonders schlagkräftige Rakete auf die Gegner zu feuern. Damit schafft es das Spiel sogar, eine kleine taktische Note in das Geschehen einzubauen. Setzt man im richtigen Augenblick Infanteristen um bedrohte Zivilisten ab, kann man zumindest einem Teil derselben das Leben retten, indem man die hilflos herumirrenden Flüchtlinge aufnimmt und sicher nach Hause bringt.

Durch all diese Abwechslungen, die dem Spieler von Mission zu Mission geboten werden, weiß das Spiel zu motivieren und fordert ihn immer wieder aufs Neue. Genau deswegen ist auch die eingebaute Hilfefunktion wichtig und man sollte sich nicht scheuen, vor einer Mission die Theorie zur Steuerung durchzulesen. Auch sollte man sich vor beziehungsweise nach einer Mission den Level-Code aufschreiben, da man nur durch dessen Eingabe in eine spätere Mission einsteigen kann, wenn man seinem GBA mal eine Pause gegönnt hat; speichern kann man nämlich nicht.

Grafik

Die optische Präsentation ist für GBA-Verhältnisse absolute Oberliga. Die Hintergründe sind schön gemalt, die Einheiten bieten einige Details und die Animationen sind auch nicht von schlechten Eltern. Auch die Menüs und das HUD sind gut gestaltet. So wird dem Spieler am oberen Bildschirmrand während eines laufenden Spiels anhand einer Leiste genau angezeigt, wo gerade gegnerische und eigene Einheiten sind, beziehungsweise welche Außenposten schon eingenommen wurden. Die verbleibende Energie des eigenen Gefährtes erkennt man an einer Energieleiste, die nur auftaucht, falls sich am Zustand der Einheit etwas ändert. Zusätzlich werden die Schäden durch sicht- und fühlbare Auswirkungen, wie zum Beispiel aufsteigendem Rauch und veränderte Flugeigenschaften, untermauert.

Sound

Auch bei der akustischen Untermalung lässt sich ODenis nicht lumpen. Während in den Menüs heroische Melodien den Spieler schon in die richtige Stimmung versetzen, schweigt das Orchester zwar während des Spiels selbst, aber dafür sind die Motoren- und Waffensounds hervorragend! Diese übertönen aber auch alle anderen Geräusche, die man auf einem Schlachtfeld vermuten könnte, wie zum Beispiel das Geschrei von Menschen. Somit dröhnen dem Spieler nur die Töne der Schüsse, der einschlagenden Projektile und Raketen, das Klappern und Quietschen der Panzerketten und das Dröhnen der Motoren aus der kleinen Box des GBA entgegen. Jedoch vermögen auch diese Sounds allein, eine glaubwürdige Kulisse zu schaffen.

Fazit

Für mich persönlich habe ich in "Glory Days" einen sehr motivierenden und abwechslungsreichen Shooter gefunden, der mir viel Spaß gemacht hat. Die Präsentation ist sehr gut geworden und das Spiel vermittelt richtig schönes "Old-School-Feeling". Für lange Zugfahrten oder Wartezeiten ist es in jedem Fall genau das Richtige! Und genau das sollte ein GBA-Spiel in meinen Augen auch sein. Daumen hoch!

(08.04.2005)

Entwickler: ODenis
Publisher: Flashpoint
Genre: Action
Releasedate: Bereits erhältlich
Preis: 39,95 €
Altersfreigabe:  Freigegeben ab 12 Jahren gemäß §14 JuSchG

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