Star Wars Battlefront: Elite Squadron

Star Wars Battlefront: Elite Squadron (PSP)

(Activision)

geschrieben von Manuela Loritz

 

 
Entwickler: LucasArts
Publisher: Activision
Genre: Action
Releasedate: Bereits erhältlich
Homepage: Star Wars Battlefront
Preis: 38,95 €
Altersfreigabe: Freigegeben ab 16 Jahren gemäß §14 JuSchG

Mit "Star Wars Battlefront: Elite Squadron" ist seit dem 6. November 2009 ein neuer Teil der "Star Wars Battlefront"-Serie für die PSP im Handel erhältlich. Das Spiel eignet sich für Einzelkämpfer genauso wie für eine Armee von bis zu 16 Freunden. Ob es sich allerdings nur um eine reine Lizenzverwertung handelt oder um ein Spiel, das in keiner Sammlung fehlen darf, klärt dieser Test.

Ich bin ein Jedi, genau wie mein Vater vor mir

Die Geschichte von "Star Wars Battlefront: Elite Squadron" dreht sich um die Zwillingsklone X-1 und X-2. Letzterer ist der Hauptcharakter, der vom Spieler gesteuert wird. Zur Zeit der Klonkriege werden beide gemeinsam beauftragt, eine Klonarmee für die Jedis auszubilden. Als der Befehl 66 ausgerufen wird, und damit die Vernichtung aller Jedis in der Galaxie, schließt sich X-2 den Rebellen an. Sein Bruder jedoch wird zur dunklen Seite der Macht hingezogen. Es beginnt nun ein Kampf, den nur einer der Zwillinge gewinnen kann.

Möge die Macht mit Dir sein

Für Einzelspieler bietet die Kampagne den besten Einstieg in das Spiel. In 12 Missionen (aufgeteilt in drei Akten – entsprechend den Filmen Episode I bis III) wird auf unterschiedlichen Planeten aufseiten der Jedi gekämpft. Im Tutorial erfährt der Spieler alles über das Gameplay und die Verwendung von Waffen, Fahrzeugen und Gleitern. Ein gutes Training, bevor es richtig zur Sache geht. Vor allem die Steuerung der Gleiter ist zuerst gewöhnungsbedürftig, geht aber mit etwas Übung leicht von der Hand.

Jeder Akt beginnt Star-Wars-typisch mit der über den Bildschirm scrollenden Schrift, die die Hintergrundgeschichte erzählt, gefolgt von Filmausschnitten aus den Originalfilmen. Begeistern die Missionen noch am Anfang des Spiels, wird schnell klar, dass es immer nach dem gleichen Schema abläuft: Bodenkampf – Weltraummission oder umgekehrt, mit sehr genauen Zielvorgaben und linearem Ablauf. Auf Dauer ist das viel zu wenig Abwechslung, die Handlung und der Star-Wars-Hintergrund bieten viele Möglichkeiten, die in diesem Fall ungenutzt bleiben. Dazu gehört auch Entscheidungsfreiheit, denn warum soll X-2 plötzlich einen Jedi töten, obwohl er es eigentlich gar nicht will, um am Ende doch auf der guten Seite weiterzukämpfen?

Gespeichert wird automatisch am Ende jeder Hauptmission. Zwischendurch sind fair gesetzte Kontrollpunkte im Spiel verteilt, so dass bei Scheitern die Mission kurz vorher erneut aufgenommen werden kann. Ebenfalls gut verteilt sind Spezialdroiden, die automatisch Munition und Gesundheit auffüllen. Letztere machen es dem Spieler aber auch sehr einfach, denn ein Kampf in seiner Nähe garantiert eine ständig aufgefüllte Anzeige. Ist einmal kein Droid im näheren Umfeld, ist das nicht weiter schlimm, denn jeder besiegte Feind lässt Munition oder Gesundheitskapseln fallen, die aufgesammelt werden können. Der Hauptcharakter X-2 ist zusätzlich von der sehr robusten Sorte, vor allem im einfachen Schwierigkeitsgrad, denn selbst unter Frontalbeschuss verliert er kaum Lebenskraft. Im Gegensatz dazu sind die Fluggeräte alles andere als widerstandsfähig, erleiden schnell kritischen Schaden, der in einer Explosion endet.

Das größte Problem in "Star Wars Battlefront: Elite Squadron" ist die Kamera. Damit ist das Spiel nicht allein, hapert es doch bei vielen PSP-Spielen genau daran: Sie muss immer nachjustiert werden und folgt dem Hauptcharakter nicht automatisch. Das hat negative Auswirkungen auf den Nahkampf und macht in hektischen Situationen jedes Gefecht zu einem wortwörtlichen Kampf, denn die Übersicht geht verloren. Teilweise zoomt sie zu nahe an den eigenen Charakter heran und man sieht kaum, wohin man steuern soll. In diesem Moment helfen auch weder die Umgebungskarte weiter, noch die unterschiedlich gefärbten Richtungspfeile, die Feinde, das eigentliche Ziel und das Hauptschiff anzeigen.

Das jeweilige Missionsziel wird zudem durch ein gelbes Quadrat angezeigt, sobald man sich ihm nähert. Das kann teilweise stark irritieren, vor allem, wenn das Quadrat im Rauminneren angezeigt wird, obwohl das Ziel sich außerhalb befindet, nur eben auf der anderen Seite der Wand.

Die feindliche KI ist ein zweischneidiges Laserschwert, denn zum einen reagiert sie flink, nutzt Deckung und weicht schnell aus, auf der anderen Seite wechselt sie plötzlich in den Frontalkampf und der Spieler muss nur ununterbrochen zielen und schießen, um zu gewinnen. Genauso verhält es sich mit den Kollegen, die im Kampf zur Seite stehen: Sie sind zielsicher, laufen jedoch gern in die eigene Schussbahn oder stehen einfach im Weg. Ebenfalls im Weg und ein unüberwindliches Hindernis sind Fluggeräte, unter deren Flügel man nicht hindurchgehen kann.

Einsatz: Sofort

Neben der Kampagne gibt es den Soforteinsatz. Hierbei handelt es sich um den Multiplayer-Modus für eine Person, die mit und gegen vom Spiel gesteuerte Kollegen und Feinde kämpft. Es steht eine Vielzahl von unterschiedlichen Karten und Modi zur Auswahl: Unter anderem "Capture the Flag", "Eroberung" oder "Helden und Schurken". Die Mitglieder des feindlichen Teams reagieren mal mehr, mal weniger gut. Innerhalb des eigenen Teams ist am Ende der Spieler der beste Kämpfer und verantwortlich für den Sieg.

Eroberung der Galaxie

Mit "Eroberung der Galaxie" bietet "Star Wars Battlefront: Elite Squadron" für Strategie-Fans einen eigenen Modus an, eine Mischung aus rundenbasierter Strategie, gepaart mit klassischer Eroberung. Ziel ist, eine komplette Planetenkarte, d. h. alle neutralen und feindlichen Planeten, unter eigene Kontrolle zu bringen. Insgesamt gibt es sechs Szenarien mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad und im Bonus-Modus ein freies Spiel.

Dabei läuft auch diese Spielvariante immer nach demselben Muster ab: In der ersten Phase investiert man Ressourcen in Truppen; sind ausreichend Credits vorhanden, können Upgrades vorgenommen oder neue Technik angeschafft werden. Für eine hohe Summe kann der Spieler einen Helden anwerben, einen Planeten des Feindes in einen neutralen umwandeln oder man zwingt den Gegner, einen Zug auszusetzen. In der zweiten Phase werden die Truppen bewegt. Greift man einen feindlichen Planeten an, bietet das Spiel zwei Möglichkeiten: Selbst in die Schlacht eingreifen oder den Kampf automatisch vom Spiel ausführen lassen. Greift man selbst ein, fühlt man sich wieder in die Kampagne zurückversetzt: Man startet im eigenen Raumschiff, absolviert einen Kampf im Weltall, bevor man das Hauptschiff des Gegners entert und mehrere Kommandoposten übernimmt. Die dritte Phase besteht aus der Verstärkung der Frontlinien. Ist dies abgeschlossen, ist der Gegner am Zug.

Viel Strategie wird am Ende dann allerdings nicht geboten, vor allem in den einfachen Schwierigkeitsgraden. Der Ablauf ist ohne Abwechslung, Taktik ist kaum vorhanden. Spannende Gefechte mit Köpfchen-Einsatz sehen anders aus, wobei man den Computergegner nicht unterschätzen sollte.

Möge die Macht mit Deinem Team sein

Worauf es den Entwicklern, nämlich LucasArts, scheinbar mehr ankam, ist der Multiplayer-Modus. Eine kleine Einführung in die verschiedenen Spielmöglichkeiten bieten Tutorial-Videos, die in einfacher Grafik die verschiedenen Spielvarianten zeigen und ihren Zweck sehr gut erfüllen.

Für das Teamplay stehen zwei Verbindungsmöglichkeiten zur Verfügung: Der Infrastrukturmodus bei dem man alle Soforteinsatz-Modi gegen Spieler aus aller Welt spielen kann, vorausgesetzt, man hat vorher eine GameSpy-ID erstellt. Endlich mal die Gelegenheit online gegen andere Spieler anzutreten. Die zweite Möglichkeit ist der Ad-hoc-Modus für das lokale Netzwerk mit Freunden.

Der eigene Charakter kann natürlich personalisiert werden. Zum einen durch die Auswahl einer bestimmten Gruppe, für die man kämpfen möchte (Rebellen, Imperium, Republik oder KUS – Konföderation Unabhängiger Systeme), zum anderen durch die eigentliche Charaktererstellung. Letztere ist leider nicht sehr gelungen, denn viele Eigenschaften des Aussehens müssen erst freigeschaltet werden und selbst dann ist es in der dargebotenen Ansicht kaum möglich, Unterschiede festzustellen. Trotz dieser kleinen Nachteile ist es natürlich das Zusammenspiel mit Freunden, die das Spiel um einiges interessanter machen.

Waffen – am Boden und in der Luft

Das Waffenarsenal ist mit jeweils acht Primär- und Sekundärwaffen (vom Blaster-Gewehr bis zur Lenkrakete) nicht riesig, dennoch ausreichend. Die Waffen sind in ihrer Zusammenstellung an die Auswahl der Rüstung (Pilot, Schwer, Soldat etc.) gebunden, können aber auch individuell zusammengestellt werden. Einige der Gewehre und Pistolen haben unbegrenzte Munition, erhitzen dafür aber im Gegenzug. Das ist nicht weiter dramatisch, denn so schnell sie erhitzen, so schnell kühlen sie auch wieder ab. Für selbst ernannte Sprengmeister gibt es mit fünf verschiedenen Sprengladungen auch einiges auszuprobieren.

Das Zielen wird durch Drücken der R-Taste vereinfacht, durch die Widersacher anvisiert werden. Bei Fluggeräten fungiert sie als Autopilot, d. h. der Gleiter verfolgt die feindlichen Raumschiffe automatisch. Dabei springt die Zielerfassung nicht zwangsläufig zum nächsten Gegner, sondern muss immer wieder gedrückt werden. Das ist im ersten Moment vielleicht ungewohnt, bietet aber die bessere Lösung, da so der Spieler entscheiden kann, wen er als nächstes anzielt.

Groß machen Kriege niemanden

Die Grafik ist nicht bahnbrechend, teilweise sieht man die einzelnen Pixel an den Rändern der Charakter und Fahrzeuge. Positiv hervorzuheben sind die schnellen Ladezeiten des Spiels, die den Spielfluss in keiner Weise beeinträchtigen. Die Filmsequenzen, mit originalen Szenen aus den Filmen der Episode I bis III, stehen natürlich ganz im Gegensatz zur Spielgrafik und sehen sehr gut aus.

Der Sound ist sehr gut und besteht aus der typischen Star-Wars-Musik. Das Gleiche gilt für die gute Geräuschkulisse, die dem Spieler immer das Gefühl gibt, mitten im Geschehen zu sein. Abgesehen von der Erteilung der nächsten Befehle, wird nicht viel gesprochen. X-2 fungiert in den jeweiligen Intros von jeder Mission als Erzähler. Der Sprecher macht gute Arbeit, auch wenn er erstaunlich gelassen über die Klonkriege berichtet.

Fazit

Wer sich für das Star-Wars-Universum interessiert, ist sicherlich nicht falsch beraten, einen Blick auf das Spiel zu werfen, vor allem, wenn er ebenso begeisterte Freunde für eine Partie Multiplayer kennt. Für Einzelspieler bietet es schnelle Unterhaltung für Zwischendurch. "Star Wars Battlefront: Elite Squadron" besitzt gute Ansätze, die allerdings nicht zufriedenstellend umgesetzt wurden und die Kamera trübt den Spielspaß zu oft. Wirklich gut gelungen ist der ständige Kampf, der um den Spieler herum tobt, dadurch wird der Klonkrieg glaubwürdig und die Welt lebendig.

(23.11.2009)

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