Kriminologie

Kriminologie (NDS)

(Nobilis)

geschrieben von Daniela Salten

 

 
Entwickler: White Birds Productions
Publisher: Nobilis
Genre: Adventure
Releasedate: Bereits erhältlich
Homepage: Kriminologie
Preis: 28,95 €
Altersfreigabe: Freigegeben ab sechs Jahren gemäß §14 JuSchG

Wissenschaft und Kriminalistik sind in den letzten Jahren im Fernsehen durch verschiedene Serien, die fast alle "CSI" im Namen tragen, groß rausgekommen. So ist es letztendlich nur logisch, dass jetzt mit "Kriminologie" für den Nintendo DS jetzt auch ein Spiel erschienen ist, das sich, trotz des etwas holprigen deutschen Titels, ebenfalls mit der wissenschaftlichen Aufklärung von Verbrechen befasst.

Fingerabdrücke und Blutspuren

Der Spieler schlüpft in die Rolle des jungen Polizeiinspektors Matt Simmons, der seine Ermittlungen in der fiktiven amerikanischen Stadt Crossburg durchführt. Fünf verschiedene Fälle gilt es zu lösen, die auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben und bei denen sich aber nach und nach herausstellt, dass sie miteinander verbunden sind und kriminelle Machenschaften verbergen, die bis tief in die Polizei hineinreichen. Die Story wirkt dabei insgesamt sehr durchdacht und spannend. Unterstützt wird Simmons bei seinen Ermittlungen von seinem Kollegen Peter Wayne und der Hauptkommissarin Alexandra Malone.

Der Ablauf jeder Untersuchung läuft dabei gleich ab. Zunächst gilt es, den Tatort gut und gründlich zu untersuchen. Hat man eine verdächtige Stelle gefunden, muss man mit dem Touchpen darauf tippen und erhält so eine Großansicht. Hier kann man näher nach einer Spur suchen. Wurde etwas gefunden, geht es darum, dieses aufzunehmen und zu analysieren. Will man größere Gegenstände sichern, stehen Plastikhandschuhe zur Verfügung. Unsichtbare Flecken können mit einer UV-Lampe gefunden und mit einem blauen Spray sichtbar gemacht werden. Diese und andere durch Flüssigkeit verursachten Flecken werden mithilfe eines Wattepads aufgenommen. Es gibt ein Skalpell, um Dinge herauszuschneiden, mithilfe der Pinzette ist man in der Lage Haare und ähnliche Gegenstände aufnehmen. Schließlich gibt es noch Pinsel und Klebeband zum Abnehmen von Fingerabdrücken und ein elektrostatisches Sicherungssystem für Schuhabdrücke. Sind alle Spuren gesammelt, geht es zur Analyse ins Labor. Hier gibt es je nach Art des Hinweises unterschiedliche Möglichkeiten zur Analyse. Blut und andere Flüssigkeiten kann man unter dem Mikroskop näher betrachten und möglicherweise einer DNA-Analyse zuführen. Finger-, Schuh- und Reifenabdrücke sind mit einer umfangreichen Datenbank abgleichbar. Außerdem können mit Waffen und Kugeln ballistische Untersuchungen durchgeführt werden.

Für jede dieser Untersuchungen sind bestimmte Bewegungen und Aktionen mit dem Touchpen erforderlich. Gerade hierin liegt aber auch das große Manko des Spiels. Die Steuerung beim Aufnehmen und Untersuchen von Gegenständen erweist sich nämlich als sehr hakelig und kleinlich. Besonders fällt einem dieses beim Skalpell und dem Tupfer auf. Man muss immer sehr genau die Fläche treffen, an der man schneiden will, und bei der Flüssigkeitsaufnahme nicht zu sehr auf einer Oberfläche reiben. Das Klebeband für Fingerabdrücke darf nicht zu groß oder klein sein, sonst muss man es erneut aufziehen. Dabei verliert man bei jeder falschen oder misslungenen Aktion Glaubwürdigkeitspunkte. Macht man zu viele Fehler und kann diese nicht durch Erfolge ausgleichen, sinkt diese Anzeige gen Null und man wird entlassen. Gerade wegen dieser Steuerung sollte man sich also nicht auf die automatische Speicherung verlassen, sondern regelmäßig auch im Spiel abspeichern, was glücklicherweise kein Problem darstellt.

Verhöre und Akten

Noch weitere Elemente gehören zu einer erfolgreichen Ermittlung. Zunächst wären da das Verhör Verdächtiger und das Befragen von Zeugen zu nennen. Hier muss man nicht nur stur ein Gespräch durchgehen, sondern bei einigen Dialogen auch selbst aus drei Möglichkeiten diejenige auswählen, die einem am sinnvollsten erscheint. Gleiches gilt auch für die Befragung, der man sich am Ende eines jeden Falls bei Hauptkommissarin Malone stellen muss. Man sollte also in jedem Fall den Verlauf des Falles genau im Auge behalten und logisch denken. Um Durchsuchungs- oder Haftbefehle zu erlangen, muss man eine Ermittlungsakte zusammenstellen; in diese gehören alle Beweise und Protokolle, die für den jeweiligen Fall von Bedeutung sind. Ob man mit seiner Auswahl richtig lag oder nicht, wird an der Reaktion des jeweiligen Vorgesetzten deutlich und hat natürlich auch Einfluss auf die Glaubwürdigkeit. Kommt man einmal aber partout nicht weiter, drückt man einfach auf die "Hilfe"-Schaltfläche, um einen Tipp zu bekommen, was der nächste Schritt im Spiel ist.

Sound und Grafik

Die Hintergrundmusik hört sich recht düster und spannungsgeladen an, bleibt dabei jedoch eher dezent und drängt sich nicht zu sehr in den Vordergrund. Jeder Gegenstand, der zur Hinweissicherung und zur Analyse beiträgt, hat einen entsprechenden Soundeffekt, der jedoch nicht immer passt. So klingt der Pinsel für die Fingerabdrücke eher wie eine raue Bürste. Eine Sprachausgabe ist leider nicht vorhanden.

Die Grafik ist im Stile eines Comics gehalten. Die einzelnen Schauplätze und Personen sind detailreich und sehr individuell gestaltet. Keiner der dargestellten Orte könnte nicht auch so in der Realität existieren. Die einzelnen Hinweise sind gut zu finden, selbst wenn man sie erst sichtbar machen muss. Insgesamt kann man hier von einer gelungenen Grafik sprechen, die gut zum Spiel passt.

Fazit

"Kriminologie" bietet nicht nur dem eingefleischten CSI-Fan Einiges. Interessante Schauplätze und spannende Fälle lassen eine sehr gute Story entstehen. Ein großes Manko ist die sehr penible Steuerung, die leider dem Spielspaß nicht sonderlich gut tut. Als gelungen darf man hingegen die Grafik betrachten. Insgesamt ist "Kriminologie" ein interessantes und spannendes Spiel, das an einer schlechten Steuerung krankt, dem aber Fans dieses Genres in jedem Fall ihre Aufmerksamkeit schenken sollten.

(09.12.2009)

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